Jay Clayton hatte es insofern einfach, als sein Vorgänger kaum unbeliebter hätte sein können. Als Donald Trump vor ihm den unerfahrenen Investmentunternehmer Bill Pulte vorübergehend zum Geheimdienstkoordinator machte, kritisierten das nicht nur Demokraten. Zwar hat Clayton, der in dieser Woche vom Senat bestätigt wurde, nicht viel mehr geheimdienstliche Erfahrung als Pulte. Doch er war den Republikanern genehm: Sie verwiesen auf die Arbeit als Bundesanwalt in New York, die Claytons Fachkompetenz beweise.Es war sein Bezirk, der im Januar dieses Jahres Anklage gegen den von den Amerikanern festgenommenen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erhob. Am Ende stimmte die republikanische Mehrheit der Kammer mit 51 zu 47 Stimmen für den sechzig Jahre alten Clayton.Es war nicht vorgezeichnet, dass der in Virginia geborene Sohn eines Soldaten und späteren Schokoladenfabrikmanagers und einer Hausfrau einmal die Zusammenarbeit der 18 amerikanischen Geheimdienstbehörden steuern würde. Doch seine Beziehung zu Präsident Donald Trump, den er künftig in Sicherheitsfragen beraten wird, geht Jahre zurück.Wie weit geht die Loyalität zu Trump?Nur wenige Juristen würden so respektiert wie Clayton, schrieb Trump zu seiner Nominierung. Er hatte ihn 2017 als Vorsitzenden der Börsenaufsichtsbehörde SEC vorgeschlagen und nach seiner Bestätigung zum Geheimdienstkoordinator nun als „außergewöhnlich in jeder Hinsicht“ beschrieben. Clayton, der seine Laufbahn als Gerichtsschreiber und Juniorprofessor für Wirtschaftswissenschaften begonnen hatte, war nach der SEC Vorsitzender einer großen Investmentgesellschaft, bevor Trump ihn zum amtierenden Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von Manhattan machte.Wie loyal Clayton Trump gegenüber sein wird, ist vor allem deswegen interessant, weil der Präsident sich vor den Kongresswahlen im November bemüht, weiter Zweifel an der Legitimität des amerikanischen Wahlsystems zu säen. In der Bestätigungsanhörung vor dem Senat wollten die Demokraten denn auch genau das prüfen. Senator Jon Ossoff sprach den früheren Staatsanwalt auf einen Fall aus seinem Bezirk an: Ob Trump, bekanntlich hart im Kampf gegen Rauschgift, mit dem früheren honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández einen verurteilten Drogenschmuggler begnadigt habe? Nach einigem Hin und Her bejahte Clayton.Als Ossoff dann allerdings nachsetzte, wer die Präsidentschaftswahl 2020 gewonnen habe, verweigerte Clayton eine Antwort. Er mache nicht mit „in diesem Theater“. An anderer Stelle gab er zu Protokoll, er sei „kein Wahlleugner“. Clayton vermied es jedoch, von einem „Sieg“ Joe Bidens 2020 zu sprechen. Dieser sei als Präsident „bestätigt“ worden.
Jay Clayton: Wer ist der neue US-Geheimdienstkoordinator?
Jay Clayton erhob als Staatsanwalt in New York Anklage gegen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Nun soll er seinen alten Bekannten Donald Trump in Sicherheitsfragen beraten.













