Gute Nachrichten für den Staatskonzern: Die Deutsche Bahn (DB) kann trotz unpünktlicher Züge und maroder Infrastruktur auf ein wirtschaftlich erfolgreiches erstes Halbjahr zurückschauen. Die DB erzielte ein Plus von 147 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 stand beim Ergebnis nach Steuern noch ein Minus von 760 Millionen Euro zu Buche. Wie die Bahn mitteilte, verbesserte sich das operative Ergebnis (Ebit) um 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro.Erfreulich für die Bahn ist auch die hohe Nachfrage: Rund 960 Millionen Fahrten machten die Reisenden in den ersten sechs Monaten, wie das Unternehmen mitteilte. Das waren 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.Als Gründe für das bessere Ergebnis nannte die Bahn den begonnenen Konzernumbau, der auch Kostensenkungen und Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern vorsieht. Im Rahmen des Konzernumbaus soll die Bahn zudem dezentraler aufgestellt werden. Dabei soll mehr Verantwortung in die Fläche gegeben, die örtlichen Zuständigen dann aber auch klar an ihren Zahlen gemessen werden. Ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt.Evelyn Palla, Bahn-ChefinDer neue Verkehrsminister, Steffen Bilger (CDU), nannte die Zahlen der Bahn im ARD-„Morgenmagazin“ erfreulich. Er kündigte an, noch heute Bahn-Chefin Evelyn Palla zu treffen und mit den Vorsitzenden der Gewerkschaften zu sprechen. Bahn-Kunden werden noch lange auf Verbesserungen warten müssen Palla bezeichnete die Entwicklung in einer Mitteilung einen Erfolg. „Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen. Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt.“Das dürfte noch einige Jahre dauern. Die Bahn und der Bund investieren derzeit viele Milliarden jährlich in die Sanierung des an vielen Stellen überalterten und überlasteten Schienennetzes. Bei der Pünktlichkeit hinkt der Konzern aber weiter den eigenen Zielen hinterher. Auch die Zustandsnote für das Netz verbesserte sich zuletzt nicht.Palla betont immer wieder, dass es noch zehn Jahre dauern werde, bis der Bahnverkehr wieder zuverlässig und stabil läuft. Entsprechend läuft die Konzernstrategie der Bahn-Chefin unter dem Titel „DB 2035“.Der Name bezeichnet den umfangreichen Konzernumbau, den Palla im vergangenen Jahr eingeleitet hat und der auch Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen umfasst. Im Fernverkehr läuft ein eigenes Sanierungsprogramm. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, spricht bei einer Pressekonferenz. © dpa/Bernd von Jutrczenka Schon unter ihrem Vorgänger Richard Lutz hatte die Bahn mehrere Konzernstrategien aufgestellt, mit denen sie die Probleme in den Griff kriegen wollte. Gelungen ist das nicht. Die neue Strategie wird in der Branche aber als tiefgreifender wahrgenommen als die vorherigen Umbauversuche. Sorgenkinder bleiben der Güter- und der Fernverkehr. Letzterer schloss nach Verlusten im vergangenen Jahr zwar wieder mit einem operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ab. DB Cargo allerdings ist nach wie vor mit rund einer Million Euro in der Verlustzone – auch wenn damit die schwarze Null zum Greifen nah sei, wie die Bahn betonte. Das Unternehmen muss ab diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben, sonst drohen Konsequenzen der EU-Kommission.Wegen der hohen Investitionen ins Netz seien die Schulden hingegen wieder gestiegen – um rund eine Milliarde auf 21,6 Milliarden Euro, hieß es. Mit dem Verkauf der gut laufenden Logistiktochter Schenker hatte die Bahn im vergangenen Jahr einen großen Teil ihrer hohen Verbindlichkeiten abbauen können. Nun zeigt die Richtung wieder nach oben. Die Bahn steckt seit Jahren in der Krise, sowohl im Betrieb auf der Schiene als auch wirtschaftlich. Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete die Bahn unter dem Strich einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro. Grund dafür waren hohe Abschreibungen im Fernverkehr. (dpa)
„Zum ersten Mal seit sieben Jahren schwarze Zahlen“: Deutsche Bahn erzielt Plus von 147 Millionen Euro – fast eine Milliarde Fahrgäste
Gewinn und hohe Nachfrage der Reisenden trotz maroder Gleise und verspäteter Züge – wie die Bahn das im ersten Halbjahr geschafft hat und was die Chefin des Staatskonzerns jetzt fordert.












