Was hat ein zentralasiatisches Land, mehr als 4000 Kilometer entfernt, mit Ostdeutschland zu tun? „Sehr viel sogar“, sagen kasachische Gesprächspartner der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Denn Kasachstan ist längst Teil der ostdeutschen Energieversorgung. Kasachisches Öl floss bis Mai dieses Jahres in die PCK-Raffinerie nach Schwedt. Auch andere Rohstoffe und neue Lieferketten dürften in den kommenden Monaten und Jahren stärker in den Fokus rücken.
Das flächenmäßig neuntgrößte Land der Erde, das bis 1991 noch Teil der Sowjetunion war, hat etwas zu bieten, wonach Deutschland nach der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg dringend sucht: Energierohstoffe. Das zentralasiatische Land verfügt nicht nur über große Erdölvorkommen, sondern auch über Wolfram, Graphit, Gallium, Titan, Mangan und weitere kritische Rohstoffe. Gleichzeitig will die Regierung Astana von Präsident Kassym-Schomart Tokajew die Verarbeitung jener Rohstoffe im eigenen Land ausbauen. Deutschland wiederum könnte Kapital, Maschinen, Technologie und Know-how liefern.
Im vergangenen Jahr kamen beispielsweise 2,146 Millionen Tonnen kasachischen Rohöls über die Druschba-Pipeline nach Deutschland. Das waren 44 Prozent mehr als 2024. Im ersten Quartal 2026 wurden weitere rund 730.000 Tonnen geliefert. Damit deckte kasachisches Öl etwa 17 Prozent des Rohölbedarfs der Schwedter Raffinerie.






