Ein Label mit Sitz in Alt-Hohenschönhausen in einem Video von Madonna? Ja, richtig. Madonna wäre nicht Madonna, wenn ein neues Projekt nicht gleichzeitig ein riesiges Pop-Ereignis und eine bewusste Provokation wäre. In ihrem Kurzfilm „Confessions II – The Film“ treffen Clubästhetik, extreme Körperinszenierung und ein hochkarätiges Staraufgebot aufeinander: Neben der Queen of Pop selbst sind Supermodel Kate Moss, Sabrina Carpenter, Julia Garner und Benedict Cumberbatch zu sehen – und das Label Mona Mobile aus dem Berliner Bezirk Lichtenberg.

Besonders eine Szene sorgt für Diskussionsstoff: Aus den Intimbereichen der Tänzerinnen und Tänzer schießen Laserstrahlen – ein typisch überzeichneter Madonna-Moment zwischen Camp, Erotik und Performance-Kunst.Und mittendrin: ein Stück Berliner Modegeschichte. Für die plakative Inszenierung wurden zwei Teile des Berliner Labels Mona Mobile ausgewählt. Der sogenannte Lockini – ein Bikini, der komplett aus Vorhängeschlössern besteht – und das „Mobile Clip Cap“, eine Art Tanga mit Smartphone-Applikation.

Mode, die Mensch zu Cyborg macht

Hinter der Marke steckt das Designer-Duo Mona Gutheil und Maximilian Benz. Sie bewegen sich an der Schnittstelle von Mode, Technologie und Produktdesign und entwickeln tragbare Objekte, die die klassischen Vorstellungen von Kleidung radikal hinterfragen. Dabei wird die Technologie bei Mona Mobile zum zentralen Gestaltungselement. Die Entwürfe verbinden Funktionalität mit einer Prise Ironie und setzen sich kritisch mit unserem Konsumverhalten, Körperkult und dem Umgang mit digitalen Geräten auseinander.