Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung anhand vorläufiger Daten mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent gerechnet.Auch wenn das Wachstum nur gering ist, ist es bereits das dritte Plus in Folge: Im Schlussquartal 2025 reichte es zu einem Wachstum von 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 zu einem Plus von 0,4 Prozent.Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft, die das Ifo-Institut regelmäßig ermittelt, hatte sich im Juli den dritten Monat in Folge verbessert. Aus dem Ausland verzeichnete die Industrie nach jüngsten Daten mehr Aufträge. Zudem legten die deutschen Exporte im Mai den vierten Monat in Folge zu.Die unsichere Lage am Persischen Golf bleibt eine Belastung. Ökonomen erwarten, dass die von Rohstoffimporten abhängige deutsche Wirtschaft länger mit den Folgen des Iran-Kriegs zu schaffen haben wird.Im ersten Vierteljahr hatte das BIP vor allem wegen höherer Exporte um 0,3 Prozent zugelegt. Die Hoffnung war groß, dass die deutsche Wirtschaft nach drei mageren Jahren wieder Fahrt aufnehmen würde. Auch deshalb, weil der Staat gewaltige Milliardeninvestitionen in Straßen, Schienen und Verteidigung angeschoben hat. 2025 war Deutschland mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent knapp am dritten Jahr ohne Wachstum in Folge vorbeigeschrammt.Die Inflation könnte wieder etwas höher seinDas Statistische Bundesamt will an diesem Donnerstag außerdem nachmittags eine erste Schätzung zur Inflation im Juli vorstellen. Deutschlands Verbraucher müssen sich nach Auslaufen des Tankrabatts wieder auf höhere Teuerungsraten einstellen. Nach dem Rückgang auf 2,3 Prozent im Juni dürfte die Inflation im Juli nach Einschätzung von Volkswirten gestiegen sein.Je höher die Teuerungsrate ist, umso geringer ist auch die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich dann für einen Euro weniger leisten. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der Binnenkonjunktur ist.Die seit 1. Mai geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter, also der Tankrabatt, war Ende Juni ausgelaufen. Aber der Iran-Krieg belastet die Energiemärkte weiterhin. Zwischenzeitlich lag der Ölpreis über der Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Weil viele Erzeuger höhere Energiekosten nach und nach auf ihre Preise aufschlagen, könnten Nahrungsmittel teurer werden.
Deutsche Wirtschaft wächst im zweiten Quartal trotz Iran-Krieg leicht
Zwar ist das Plus im Frühjahr nur gering, aber immerhin: Es ist das dritte Quartalswachstum in Folge.










