Ein Satz, der keine Auskunft gibt: „Satire darf alles.“ Drei Wörter. Und die Debatte ist beendet, ehe sie angefangen hat.
Der Satz kommt ja verlässlich, sobald es unangenehm wird, und immer nur von einer Seite – von der nämlich, die ihn gerade brauchen kann. Vorgetragen wird er auch nicht als Behauptung, über die man streiten könnte, sondern als Beweisstück. Wer ihn ausspricht, hat gewonnen. Wer widerspricht, hat sich verdächtig gemacht.
Bequem ist das schon. Nur wert ist es nichts. Über den einzelnen Fall sagt der Satz nämlich exakt gar nichts; er sortiert bloß Leute, in solche, die dazugehören, und solche, die es eben nicht verstanden haben. Ein Zitat als Türsteher. Stammen soll er übrigens aus einem Feuilletonaufsatz von 1919, nachgeschlagen hat es kaum jemand, sonst wüsste man, dass da noch einiges andere steht.
Und er wechselt die Seiten. Das merkt man freilich nur, wenn man sich erinnert.
Elf Jahre, vier Fälle






