Die amerikanische Regierung verbietet den Import von Robotern und Wechselrichtern aus dem Ausland. Das teilte die US-Kommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) mit. Demzufolge erhalten neue, im Ausland hergestellte fortgeschrittene mobile Robotikgeräte und Wechselrichter grundsätzlich keine FCC-Zulassung mehr. Ohne diese Zulassung dürfen sie in den Vereinigten Staaten nicht importiert, vermarktet oder verkauft werden.Bereits gekaufte Geräte sind von der Entscheidung allerdings nicht betroffen. Hersteller von fortgeschrittenen Robotikgeräten und Wechselrichtern, die vom Kriegsministerium oder vom Heimatschutzministerium eine bedingte Zulassung erhalten, können weiterhin eine FCC-Gerätezulassung bekommen.Auf dem Papier trifft der Bann alle ausländischen Hersteller, de facto zielt er auf chinesische Unternehmen, die in beiden Märkten die führende Position einnehmen. Die US-Regierung verschärft damit den Kurs gegen vernetzte Technik aus China vor dem Treffen der Staatschefs beider Länder. US-Präsident Donald Trump und Chinas Führer Xi Jinping haben für September ein Treffen vereinbart. Ende Dezember 2025 hatte die FCC bereits Drohnen, Drohnenzubehör und Router aus dem Ausland auf die Importverbot-Liste gesetzt.Man werde „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen, um chinesische Unternehmen zu verteidigen, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. Das Konzept der nationalen Sicherheit solle nicht genutzt werden, um chinesische Unternehmen ins Visier zu nehmen.Die Angst vor der FernsteuerungMit dem Bann versucht die FCC das Risiko zu verkleinern, dass ausländische Mächte über Roboter und Robotiksysteme Daten abgreifen und den Betrieb sabotieren. „Moderne Robotikgeräte sammeln Daten, die böswillige Akteure nutzen könnten, um Amerikaner auszuspionieren, die Fähigkeiten ausländischer Nachrichtendienste auszubauen oder die Roboter aus der Ferne unter ihre Kontrolle zu bringen“, heißt es in der Mitteilung der FCC.Die Wechselrichter wandeln Gleichstrom in Wechselstrom unter anderem von Solaranlagen. Die FCC warnt, dass ausländische Anbieter die Wechselrichter aus der Ferne abschalten oder darüber Zugang für Hacker schaffen könnten. Damit könnten feindlich gesonnene Mächte die Stabilität der amerikanischen Energieversorgung gefährden.Beide Branchen sind fest in chinesischer Hand. Die chinesischen Unternehmen Huawei und Sungrow sind nach Angaben von Wood Mackenzie, einem Marktanalyse-Unternehmen, seit mehr als einem Jahrzehnt die beiden größten Hersteller von Wechselrichtern für Solaranlagen auf der Welt. Im Jahr 2024 kamen sie gemeinsam auf einen Marktanteil von rund 55 Prozent, neun der zehn größten Hersteller waren chinesisch. Nach Sungrow und Huawei liegt das deutsche Unternehmen SMA Solar aus der Nähe von Kassel übrigens auf Rang drei der führenden Hersteller. Dessen Aktie legte am Mittwoch zeitweise um zehn Prozent zu.China beherrscht die MärkteÄhnlich erdrückend ist Chinas Dominanz bei humanoiden Robotern. Im vergangenen Jahr wurden laut dem Analysehaus IDC weltweit 18.000 solcher Roboter ausgeliefert. Chinas Anteil daran wird auf 80 bis 90 Prozent geschätzt, die beiden größten waren mit je rund 5000 Robotern Agibot aus Shanghai und Unitree aus Hangzhou. Die chinesischen Unternehmen beginnen gerade mit der Massenproduktion. Agibot produzierte nach eigenen Angaben aber allein im ersten Halbjahr dieses Jahres weitere knapp 10.000 Roboter. Unitree, das kurz vor einem Börsengang steht, peilt für dieses Jahr 20.000 Einheiten an.Eine Vielzahl von großen chinesischen Automobilunternehmen hat ebenfalls angekündigt, künftig humanoide Roboter produzieren zu wollen, darunter BYD, Xiaomi und Xpeng. Humanoide Roboter sind eine Kernbranche des neuen Fünfjahresplans Pekings, der im Frühjahr verabschiedet wurde.Die EU-Kommission will ebenfalls Wechselrichter aus China und aus feindselig eingestuften Ländern verdrängen, weil sie ein Cyberrisiko darstellen. Betroffen sind Investitionsprojekte, die von der EU gefördert werden. Die EU setzt weiter auf den Ausbau sogenannter erneuerbarer Energien. Ohne Wechselrichter lässt sich Strom aus erneuerbaren Quellen nicht in das Netz integrieren. Die Geräte sind damit zentral für die europäische Energieversorgung und die Stabilität des Stromsystems und bilden zugleich das Einfallstor für Cyberattacken.Die Angriffe auf Europas Energieinfrastruktur haben seit 2024 zugenommen. Die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA hat 4875 Vorfälle im Jahr 2025 erfasst und warnt, dass verschiedene Angreifergruppen gezielt zusammenarbeiten, um kritische Infrastruktur in der Europäischen Union anzugreifen.