PfadnavigationHomePolitikDeutschlandMoritz Schularick„Nichts ist für Bevölkerung teurer als die groteske Ineffizienz“ – Ökonom rechnet mit Regierung abStand: 18:07 UhrLesedauer: 2 MinutenProf. Dr. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für WeltwirtschaftQuelle: Bertold Fabricius/WELT„Es ist höchste Zeit, klug auszugeben“ – mit diesem Appell greift Ökonom Moritz Schularick die deutsche Rüstungspolitik an. Der Erfinder des Sondervermögens sieht Milliarden in falschen Systemen versickern.Einer der Schöpfer des Sondervermögens für die Bundeswehr hat laut einem Bericht des „Focus“ mit der Bundesregierung abgerechnet. „Nichts ist für die Bevölkerung teurer als die groteske Ineffizienz in der Rüstung“, sagte Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Die zusätzlichen Milliarden für die Verteidigung seien bitter nötig, daran hält der Top-Ökonom fest. Nur wie sie jetzt ausgegeben werden? „Völlig irre“, so sein harsches Urteil: Unmengen an Geld für konkurrierende Waffensysteme in Europa, noch dazu massive Investitionen für Panzer statt für Hightech – die Politik vergeude Milliarden für Altmetall, zitiert das Nachrichtenmagazin den Ökonomen, der auf dem Convoco-Forum in Salzburg einen Vortrag zu dem Thema gehalten hat.Lesen Sie auchSein Urteil begründet der Wissenschaftler mit einem Vergleich zu Amerika. Demnach geben die europäischen Nato-Staaten 550 Milliarden Dollar für die Rüstung aus, die Vereinigten Staaten kommen auf einen Betrag von 900 Milliarden Dollar – mit einem vielfach besseren Ergebnis, weil die Beschaffung effizient erfolgt, und nicht jeder Bundesstaat seinen eigenen Weg geht wie die Mitgliedsstaaten der EU. „Stellen Sie sich die USA mit 50 unterschiedlichen Militärsystemen vor!“, mokiert sich Schularick über die nationalen Egoismen in Europa, die sich in vielen konkurrierenden Modellen bei U-Booten oder Panzern äußern. „Es ist höchste Zeit, klug auszugeben“, hatte Schularick bereits vor drei Wochen auf der Plattform X gefordert, verbunden mit einer Veröffentlichung seines Instituts zur europäischen Verteidigungsautonomie.„Obwohl Europa weltweit den zweiten Platz bei den Verteidigungsausgaben belegt, bleibt es in der gesamten militärischen Operationskette strategisch von den Vereinigten Staaten abhängig“, beklagte das Kiel Institut für Weltwirtschaft darin einleitend. „Erhöhte Finanzmittel haben sich bisher nicht in gesteigerten Fähigkeiten und größerer Autonomie niedergeschlagen.“doli