Als Jonathan Tah gegen 1.30 Uhr deutscher Zeit links über das Tor schoss und Paraguay den folgenden Elfmeter verwandelte, war die WM für Deutschland vorbei – die sportliche Bilanz fiel desaströs aus. Der Mythos der nervenstarken, im WM-Elfmeterschießen bislang unbesiegten Deutschen war dahin. Wieder einmal schied die DFB-Elf früh aus. Längst vorbei scheinen die Zeiten, in denen der Einzug der Nationalmannschaft ins Halbfinale noch selbstverständlich war. Bundestrainer Julian Nagelsmann geriet danach massiv unter Druck, wenig später trat er zurück. Glaubt man manchen Kommentatoren, war das nicht nur eine sportliche Niederlage. Das frühe WM-Aus wurde auch als Zeichen für den schlechten Zustand des Landes und eine verunsicherte Nation gedeutet.Ganz anders klingt das beim Marktführer für Sportartikel, Intersport. Deutschland-Chef Alexander von Preen berichtet geradezu euphorisch vom WM-Geschäft: „Für Intersport-Deutschland war die WM 2026 das erfolgreichste Turnier jemals.“ Die WM habe sogar den Erfolg der Europameisterschaft 2024 in Deutschland übertroffen. Sowohl beim Heim- als auch beim Auswärtstrikot der Nationalmannschaft seien die Verkaufszahlen noch einmal klar gestiegen. Bereits vor dem Ausscheiden hatte Intersport über eine halbe Million Deutschland-Trikots verkauft, mehr als je zuvor.Infantino hatte RechtDas ist zumindest ein Hinweis darauf, dass die Stimmung vor dem Turnierstart nicht so trübe gewesen sein kann, wie viele vermuteten. Denn auch andere Trikots erfreuten sich großer Beliebtheit: Das galt besonders für Nationalmannschaften, zu denen es in Deutschland große migrantische Bezüge gibt, etwa die Türkei. Doch auch Trikots kleiner Länder wie Curaçao waren sehr beliebt. „Das Ausmaß des Interesses hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die Leute haben sich für die ganze Bandbreite interessiert“, sagt von Preen. Auch er sei zunächst skeptisch gewesen, was die Ausweitung der WM auf 48 Teams angehe. „Tatsächlich waren die vielen Nationen aber eine echte Bereicherung, spielerisch fiel das Niveau kaum ab.“ Aus der Sicht von Preens ist damit das Konzept von FIFA-Präsident Gianni Infantino aufgegangen.
Intersport: Alexander von Preen über die WM 2026
Für die Nationalelf war das Turnier ein Reinfall. Für die Handelskette Intersport lief die WM so gut wie keine zuvor.






