Es ist ein Sommer, der selbst hartgesottene Meteorologen ins Staunen bringt. Wenn in Frankreich und Spanien die Wälder brennen, die Thermometer Rekorde brechen, extreme Trockenheit und gleichzeitig etliche Starkregenereignisse in den Wetternachrichten auftauchen, schaut die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern längst nicht mehr nur sorgenvoll nach Südeuropa. Die Folgen des Klimawandels sind auch im Nordosten angekommen – und sie hinterlassen Spuren, die ins Geld gehen.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat deshalb nun Nägel mit Köpfen gemacht. Nach einem einjährigen Ringen und unzähligen Expertenrunden liegt sie mit dem heutigen Kabinettsbeschluss auf dem Tisch: die erste landesweite Klimaanpassungsstrategie für Mecklenburg-Vorpommern. 131 Seiten dick, gegliedert in 20 Handlungsfelder und fünf Themencluster, erarbeitet von mehr als 60 Fachleuten aus sieben Ministerien und mindestens acht Landesbehörden. Und die Botschaft des Umweltministeriums ist unmissverständlich: Wir können die Erderwärmung nicht mehr einfach wegdrücken. Jetzt geht es um Schadensbegrenzung.

2,5 Grad wärmer: Wenn Zahlen Gesichter bekommen

Die nackten Fakten sprechen für sich. Seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahr 1881 hat sich die mittlere Temperatur in Mecklenburg-Vorpommern bereits um 2,5 Grad erhöht. Der Nordosten erwärmt sich damit schneller als der globale Durchschnitt. Erst vor wenigen Wochen zeigte das Thermometer in Anklam schweißtreibende 39,6 Grad.