Wie denn das vergangene Wochenende gewesen sei, fragte vor wenigen Tagen der US-Talker Jon Stewart in seiner Sendung Kaitlan Collins. Er beugte sich zu der Journalistin rüber, schaute sie erwartungsvoll an, als freue er sich auf das, was er nun zu hören bekommen würde. Nämlich aus erster Hand und von der Betroffenen selbst die Schilderung eines Vorfalls, der zumindest in Washington in den vergangenen Tagen eine große Nummer gewesen ist. Denn der 80-jährige US-Präsident Donald Trump hatte die 34-jährige Reporterin des Nachrichtensenders CNN zum wiederholten Male aufs Übelste beschimpft, als sie am vergangenen Freitag einen Preis beim Korrespondenten-Dinner verliehen bekommen hatte.Der Alte und die junge, überaus erfolgreiche Reporterin: Das ist seit zehn Jahren ein Nahkampf, in dem Collins beeindruckend unbeeindruckt bleibt. Einmal ließ Trump sie nach einer unangenehmen Frage aus dem Rosengarten im Weißen Haus schmeißen, das war noch in seiner ersten Amtszeit. Immer wieder attackiert er sie vor laufenden Kameras, blafft sie unverhohlen an. Sie solle mal lächeln. Sie sei doch so eine junge attraktive Frau.Als er das bei einer Frage zu den Epstein-Akten wiederholte, antwortete die Reporterin ihm kühl, sie fände es unangemessen zu lächeln, wenn man über einen Sexualstraftäter und dessen Opfer spreche. Diesmal, beim Korrespondenten-Dinner, als der US-Präsident sich wieder über sie mokierte – „Kaitlan, do you ever smile? Smile!“ –, verzog sie keine Miene. Neben ihr saß die Journalistenlegende Wolf Blitzer, 78, und sah aus, als würde er am liebsten auf die Bühne stürmen und eine Schlägerei anzetteln.Ja, also wie war das Wochenende? Nachdem Trump am Sonntag mit seinen Tiraden ja auf seiner Plattform Truth Social weitergemacht hatte wie ein Specht, der einfach immer weiter auf einen Baumstamm einhämmern muss? „Ach“, antwortete Kaitlan Collins in der John-Stewart-Talkshow, „ganz ruhig eigentlich“. Und dann lächelte sie schelmisch.Es ist ein guter Moment, um sie aus der Ferne einmal zu würdigen. Unzählige Schnipsel von Collins’ Konfrontationen mit Trump und seinen Gefolgsleuten kursieren in den Weiten des Internets. Meist stellt sie ruhig eine Frage, meist kriegt sie eine – freundlich ausgedrückt – ungehobelte Antwort. Immer bleibt sie ruhig, as cool as ice, und macht einfach weiter, wie vor wenigen Tagen. „Seit Monaten bombardieren Sie Iran. Ist das nun die neue Normalität?“Es ist eine echte Kunst, stoisch zu bleiben, wenn man als Frau mit patriarchalen Mitteln aus der Mottenkiste zum Schweigen gebracht werden soll. Lächel doch. Werd mal sachlich. Jetzt reg dich nicht so auf. Keine Ahnung, wie Kaitlan Collins es schafft, in all den Jahren in der Nähe dieses Präsidenten nie einmal ausgeflippt zu sein. Vor wenigen Tagen postete sie einen Satz von Eleanor Roosevelt: „No one can make you feel inferior without your consent.“ Niemand kann dich ohne deine Zustimmung klein machen.
Donald Trump und Journalistin Kaitlan Collins: Sie lässt sich nicht beirren
Die Journalistin Kaitlan Collins erlebt wiederholte Angriffe von US-Präsident Donald Trump bei öffentlichen Auftritten. Trotz Provokationen bleibt sie ruhig und professionell.











