Am schönsten ist es hier am Abend, wenn die meisten Besucher weg sind, wenn es dämmert und Nebel ringsum aufsteigt. Dann wirken die drei ältesten der Ivenacker Eichen wie die Ents genannten Baumhirten aus Tolkiens „Herr der Ringe“. Die älteste hier ist die fast tausendjährige Methusalem-Eiche. Sie wurde im Juli 2025 als 50. Baum in die Liste der Nationalerbe-Bäume Deutschlands aufgenommen, nach der Kroneiche bei Röbel und der Polchower Linde als dritter Baum in Mecklenburg-Vorpommern.

Sie ist die dickste und älteste vollstämmige Eiche Deutschlands – bei 32 Metern Höhe. Der niederländische Forstwirt Jeroen Pater schätzt ihr Holzvolumen auf 140 Kubikmeter. Die nächstgrößere Eiche, die „Majesty“ in England, kommt auf rund 100. Die Methusalem-Eiche gilt als intakteste von fünf besonders uralten Eichen im Gebiet.

Methualem-Eiche ist ein Zeitzeuge von Jahrhunderten

Dieser Baumriese hat noch gesehen, wie die slawischen Zirzipanen hier ihr Vieh weideten - der Ortsname Ivenack ist altslawisch und bedeutet Weideort. Im Mittelalter nach der Eroberung durch Heinrich den Löwen und der Besiedlung auch der Gebiete in MV durch deutsche und flämische Bauern fraßen dort die Tiere des nahebei gegründeten Zisterzienserinnenklosters. Später weidete hier das Damwild des Grafen. So entstand der Hutewald– licht, parkartig, voller knorriger Bäume mit ausladenden Kronen. Hutewald bedeutet Waldweide, in der Vieh die Jungtriebe wegfrisst und nur robuste Einzelbäume durchkommen. Dieser hier ist einer der wenigen, die es noch in Deutschland gibt.