Die Kreisgruppe München des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) schlägt Alarm: Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit sei der Hüllgraben, ein künstlich angelegter Wasserlauf in Daglfing und Johanneskirchen, in großen Teilen ausgetrocknet. Dadurch seien bereits mehrere Hundert Fische und andere Wasser-Lebewesen verendet.Zwar stehe stellenweise noch etwas Wasser, „aber auch das wird in den kommenden heißen Tagen verdunsten“, heißt es in einer Mitteilung des LBV. Lediglich ein kleiner Abschnitt sei dank eines Biberbaus noch ausreichend befüllt.„Starke Hitze gepaart mit lang anhaltender Trockenheit macht kleinen Gewässern und Fließgewässern in und um die Landeshauptstadt zunehmend zu schaffen“, sagt LBV-Geschäftsführer Heinz Sedlmeier. Der LBV sei daher bereits dazu übergegangen, Biotopflächen, die als Laichgewässer etwa für Amphibien dienen, künstlich aufzufüllen.„Solche Gewässer sind ökologisch besonders wertvoll und bieten einer teilweise einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt Lebensraum. Seltene Libellen, Köcherfliegen, Brutvögel, Muscheln, Fische und viele andere Organismen sind hier zu Hause“, so Sedlmeier.An vielen Stellen führt der Graben überhaupt kein Wasser mehr. PrivatZur Prävention fordert der LBV die Stadt zu verschiedenen Maßnahmen auf – so zur Umsetzung des Prinzips „Schwammstadt“ mit möglichst vielen unversiegelten Flächen zur Verbesserung des Wasserrückhalts. Außerdem soll die Entwässerung großer Moorgebiete im Erdinger und Dachauer Moos verringert oder gleich ganz gestoppt werden.Der Hüllgraben ist ein mehrere Kilometer langer, künstlich angelegter Wasserlauf. Er beginnt am Zamdorfer Gleisdreieck und mündet in den Abfanggraben, der zum Mittlere-Isar-Kanal fließt. Ursprünglich wurde der Hüllgraben angelegt, um das Gebiet nördlich von Trudering zu entwässern. Dort war es durch das Wasser des Hachinger Bachs regelmäßig zu Überschwemmungen gekommen.