35 Jahre nach der Wiedervereinigung hält sich ein Narrativ hartnäckig: Der Osten hinkt hinterher. Tatsächlich verdienen Beschäftigte dort im Schnitt noch immer weniger, die Wirtschaftskraft liegt unter der des Westens und große Konzerne haben ihre Zentralen fast ausschließlich in den alten Bundesländern. Doch das Bild ist unvollständig.
Ein Blick in die Statistiken zeigt: In mehreren Bereichen haben die ostdeutschen Länder längst die Nase vorn. Manche dieser Stärken sind ein Erbe der DDR, andere das Ergebnis politischer Entscheidungen nach der Einheit.
Kinderbetreuung: Ein echter Standortvorteil
Der wohl größte Vorsprung zeigt sich bei der Kinderbetreuung. Nirgendwo in Deutschland werden Kleinkinder so häufig außer Haus betreut wie in den ostdeutschen Bundesländern. Das erleichtert Eltern die Rückkehr in den Beruf und gilt als wichtiger Standortfaktor für Unternehmen, die Fachkräfte suchen. Die flächendeckende Kita-Infrastruktur ist bis heute eine der sichtbarsten Hinterlassenschaften der DDR und verschafft dem Osten einen Vorsprung, den viele westdeutsche Länder bislang nicht aufgeholt haben.
Frauen arbeiten häufiger in Vollzeit






