Als Schauspiellegende Dieter Hallervorden auf der Bühne zu singen beginnt, wirkt der Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt für einen Moment wie ein Kabarettabend. Begleitet von seinem Pianisten singt er eine Abwandlung von „Bella Ciao“ gegen Krieg und Aufrüstung. Auf einer Leinwand erscheinen dazu Bilder von Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius. Das sei aber nicht als neue Parteilinie der CDU zu verstehen, springt die Moderatorin nach dem Lied schnell ein.

Muss es auch nicht. Hallervorden ist an diesem Abend nicht nach Halle gekommen, um für die CDU insgesamt zu werben. Er unterscheidet sehr genau, wen er unterstützt. „Für Merz würde ich keine Werbung machen, bei Sven ist es was anderes.“ Gemeint ist Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Spitzenkandidat der CDU.

Den Christdemokraten im Land kommt Hallervorden gelegen. Nennen sie sich doch selbst die „Sachsen-Anhalt-Partei“. Bei 21 Prozent in den Umfragen klingt das allerdings eher wie eine Erinnerung an bessere Zeiten. Schulze liegt weiterhin deutlich hinter seinem Herausforderer von der AfD. Umso nützlicher ist der prominente Unterstützer, der vor den rund 300 Gästen für Schulze wirbt, ohne sich mit Kanzler Friedrich Merz gemein zu machen.