Das Vertrauen in die Medien ist laut einem Report des Reuters-Instituts gesunken. Investigative Recherchen mit öffentlichen Quellen können da helfen.

Die Gesellschaft steckt in einer Vertrauenskrise. Und die zeigt sich auch im Journalismus. Laut „Digital News Report“, einer internationalen Befragung des Reuters Institute, vertrauen nur noch 37 Prozent der befragten Personen den Medien. Vor zehn Jahren waren es noch 45 Prozent. Die große Frage lautet daher: Wie kann Journalismus dagegen bestehen?

Manche sehen eine Antwort in radikaler Transparenz. Einer davon ist Eliot Higgins, der Gründer der Rechercheplattform Bellingcat. Er sagte einmal: „Wahrheit ist nicht mehr genug.“ Gleichzeitig beanspruchen viele, genau diese Wahrheit als Einzige zu kennen. Deswegen setzt Bellingcat auf sogenannte Open Source Investigations, oft auch Osint genannt.

Gemeint sind damit Recherchen, die bereits öffentliche Quellen nutzen. Jour­na­lis­t:in­nen begeben sich dabei auf digitale Spurensuche. Sie finden Beiträge in sozialen Medien, analysieren Satellitenbilder oder Flugtrackerdaten, öffentliche Protokolle, Metadaten von Fotos, scrollen durch alte Webseiten in Internetarchiven und recherchieren alles, was man vom Schreibtisch aus herausfinden kann, ohne dass man jemanden anrufen muss oder geheime Informationen benötigt.