Fifa-Präsident Gianni Infantino will Investoren für die Rechte an WM-Turnieren ins Spiel bringen. Das ruft Kritiker auf den Plan.29.07.2026, 08.06 Uhr2 LeseminutenDer Fifa-Präsident Gianni Infantino im Juni an einer Pressekonferenz in Mexiko.Eduardo Verdugo / AP(sda/dpa) Die Fifa sorgt mit Plänen für einen Milliarden-Deal für die Rechte an ihren Fussballturnieren für neuen Wirbel. Der Weltverband will einen Teil der kommerziellen Rechte an seinen Turnieren an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen, wie er mitteilte. Auch künftige WM-Turniere sollen unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Europäische Fussball-Union reagierte mit scharfer Kritik auf erste Medienberichte über das Vorhaben, das wenig später von der Fifa bestätigt wurde. «Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fussball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften», teilte die Uefa mit, welche die Sache sehr ernst nehme.«Die Seele und die Führung des Fussballs sind keine Handelsware – erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fussballs. Er steht der Fifa nicht zum Verkauf», hiess es in dem Uefa-Statement weiter.Auch der neue britische Premierminister Andy Burnham und der ehemalige Fifa-Präsident Joseph Blatter üben heftige Kritik an den jüngsten Plänen des Fussball-Weltverbandes. «Der Fussball gehört nicht den Investoren. Er gehört den Menschen, die die Tribünen füllen, die an den Seitenlinien stehen, Woche für Woche, bei Regen und bei Sonne», sagte Burnham in einem Video bei Instagram.Wert zunächst auf 20 Milliarden Dollar festgelegtNach Angaben der Fifa sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt. Laut einem Bericht der «Times» könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen.Die FIFA würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und das Regelwerk. Alle 211 Fifa-Mitgliedsverbände sollen ebenfalls kleinere Anteile an dem Unternehmen erhalten, die entweder behalten oder verkauft werden könnten.Umfeld von Trump offenbar involviertZu den Plänen seien auch Personen aus dem Umfeld der amerikanischen Regierung von Donald Trump einbezogen worden, hiess es in dem «Times»-Artikel unter Berufung auf mehrere mit dem möglichen Deal vertraute Quellen. Die Investitionspläne würden bereits seit mehreren Monaten vorbereitet und müssten noch genehmigt werden, hiess es in der «Financial Times». Nach Angaben der Zeitung führe Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, Gespräche darüber, den Einstieg über seinen Fonds Thrive Eternal anzuführen.Ein Fifa-Sprecher bestätigte, dass erwartet wird, dass Thrive die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen werde. Die Fifa arbeitet nach Angaben des Sprechers bei ihren Plänen mit der Investmentbank JP Morgan zusammen.Passend zum Artikel
Fifa: Infantino plant Investoren-Deal für WM-Rechte
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