Langenscheidt kickt „Mehrzweckeier“ aus den Top 10 für das Jugendwort des Jahres. Denkt der Verlag, Jugendsprache ist nicht politisch? Peinlich.
M ehrzweckeier“, spricht Susanne Daubner trocken und süffisant in die Kamera. Es ist die vielleicht am schönsten vorgetragene Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz und der Wehrpflichtreform, die das deutsche Fernsehen je vorgetragen hat. Halt! Stopp! Alles gar nicht passiert. Das hat Langenscheidt verhindert.
Denn die „Mehrzweckeier“ haben es zwar ganz süper in die Top-10-Vorschläge für das Jugendwort des Jahres geschafft. Doch der Verlag hat sie wieder rausgeschmissen. „Da der Begriff auf eine Kampagne zurückgeht“, heißt es, „und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht.“ Schade, dass der Verlag da crashout geht und sich offenbar nur mit angenehm harmloser Jugendkultur schmücken will. Oder ist das alles nur Ragebait, um auf den ohnehin peinlichen Wettbewerb aufmerksam zu machen?
Seit 2008 kürt der Langenscheidt Verlag jährlich das Jugendwort des Jahres. Zuerst war da „Gammelfleischparty“, 2013 kam der „Babo“, zwei Jahre darauf der „Smombi“, bei dem man sich schon fragen kann: Hat das je ein*e Jugendliche*r unironisch gesagt, Digga? Oder war es doch eher eine Fantasie der Alten? Ganz schön cringe (2021) dieser Wettbewerb.














