Zunächst erzählte Deniz T. drei kleinen Mädchen aus seiner Nachbarschaft immer Gute-Nacht-Geschichten. Wenn er den Eindruck hatte, sie seien eingeschlafen, verging er sich an ihnen. Für die Übergriffe verurteilte die 11. Strafkammer am Landgericht München I den 47-jährigen Analysten jetzt wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen sowie versuchter Vergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten. Deniz T., selbst Vater von zwei kleinen Kindern, nahm das Urteil äußerlich regungslos zur Kenntnis.Der 47-Jährige hat sich inzwischen von seiner Frau, mit der er 13 Jahre verheiratet war, scheiden lassen. „Ich kann ihr nicht mehr in die Augen schauen“, hatte der Analyst zum Auftakt des Prozesses Anfang vergangener Woche gesagt. Die Vorwürfe aus der Anklage hatte Deniz T. in einer Erklärung seiner Verteidigerin, Rechtsanwältin Ruth Beer, eingeräumt.Laut den Ermittlungen hatte der in der Filmbranche tätige Analyst Anfang vergangenen Jahres „regelmäßig den Kontakt“ zu den drei Mädchen aus seiner Nachbarschaft gesucht. Mit einer von ihnen, einer Siebenjährigen, führte er seinen Hund aus. Bei den anderen Opfern handelt es sich um zwei jeweils acht Jahre alte Mädchen. Eine von ihnen war eine Mitschülerin seines kleinen Sohnes, die andere die Tochter einer befreundeten Familie.Sowohl die Siebenjährige als auch die beiden älteren Mädchen übernachteten in der Zeit zwischen Februar und April 2025 im Kinderzimmer von Deniz T.’s kleinem Sohn. Sobald dieser eingeschlafen war, verging sich sein Vater an den Mädchen. Laut Anklage hatten sich alle drei bei den Übergriffen nur schlafend gestellt. Eine der zwei Achtjährigen offenbarte sich unmittelbar danach ihren Eltern, woraufhin diese einen Notruf absetzten. Bei der Untersuchung des Kindes im Institut für Rechtsmedizin wurden an seinem Körper DNA-Spuren von Deniz T. sichergestellt.Die Taten seien wie nach einem Skript abgelaufen, und die Intensität der Übergriffe sei erheblich, sagte der Vorsitzende Richter Michael Schönauer unter anderem bei der Urteilsbegründung. Zudem sei es dem Analysten gelungen, seine Außenwahrnehmung zu manipulieren. Dies, so der Vorsitzende, zeuge von erheblicher krimineller Energie.Von der Vernehmung der Opfer lagen dem Gericht Videos vor. Sie wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den Prozess eingeführt. Die drei Mädchen leiden bis heute unter den Folgen der Taten. Deren Eltern, so Richter Schönauer, hätten von „plötzlich auftretenden Aggressionen“ und „autoaggressivem Verhalten“ ihrer Kinder berichtet. Deniz T. riet der Vorsitzende am Ende der Urteilsverkündung, sich in der Haft mit sich selbst auseinanderzusetzen, damit künftig keine Gefahr mehr von ihm ausgehe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.