Der 20-jährige Tatverdächtige, der vergangenen Donnerstag in einer Regensburger Bankfiliale einen 58-jährigen Mitarbeiter mit einem Messer attackiert und getötet haben soll, wird einstweilig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg am Dienstagnachmittag mit.Gegen den 20-Jährigen wird derzeit wegen Mordes und versuchter schwerer räuberischer Erpressung ermittelt. Das Amtsgericht Regensburg ordnete die Unterbringung des Beschuldigten auf Grundlage eines von der Staatsanwaltschaft beauftragten forensisch-psychiatrischen Kurzgutachtens an. Dieses komme zu dem vorläufigen Ergebnis, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei der Tatbegehung zumindest erheblich vermindert gewesen sei, teilt die Staatsanwaltschaft mit.Der 20-Jährige soll in der Hypo-Vereinsbank im Rennplatz-Zentrum (REZ) einem Mitarbeiter ein Messer mit einer Klingenlänge von etwa zehn Zentimetern vorgehalten und einen Zettel gezeigt haben, wonach er Geld fordere. Schon wenige Sekunden später soll er auf den Mitarbeiter eingestochen und ihn tödlich verletzt haben.Am Freitag wurde gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen. Bereits am Nachmittag desselben Tages erfolgte, so heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Regensburg, „durch einen forensisch-psychiatrischen Sachverständigen eine kurze Exploration des Beschuldigten in Anwesenheit dessen Verteidigers“. Aus Sicht des Sachverständigen ergaben sich laut Staatsanwaltschaft Anhaltspunkte, „wonach die dem Beschuldigten zur Last gelegte Tat auf eine psychiatrische Erkrankung zurückgehen könne und dieser bei Tatbegehung vermindert schuldfähig gewesen sei“. Auch eine vollständige Schuldunfähigkeit sei derzeit nicht auszuschließen. Das Ergebnis dieser ersten, kurzen Untersuchung kann sich im Verlauf eines Gerichtsprozesses noch ändern.Bei einer Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft am Tag nach der Tat hatten die Ermittler zunächst gesagt, es lägen keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Verdächtigen vor. Deswegen war er zunächst in ein Gefängnis gebracht worden. Das Amtsgericht Regensburg hat den ursprünglich erlassenen Untersuchungshaftbefehl am Dienstag aufgehoben und einen einstweiligen Unterbringungsbefehl erlassen. Der mutmaßliche Täter hat sich bisher noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.