PfadnavigationHomePanoramaRegensburgTödlicher Messerangriff in Bank – Polizei entließ Verdächtigen kurz vor der Tat aus GewahrsamStand: 14:48 UhrLesedauer: 2 MinutenDer 20 Jahre alte Mann, der in Regensburg mutmaßlich einen Bankmitarbeiter umgebracht hat, sitzt unter anderem wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Sehen Sie hier die PK von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie eine Einordnung von Kriminalistik-Professor Christian Matzdorf.Bei einem Messerangriff in einer Bankfiliale in Regensburg ist ein Bankmitarbeiter getötet worden. Der 20-jährige Tatverdächtige war den Behörden bekannt – weniger als 24 Stunden vor der Tat hatte er sich selbst noch bei der Polizei gemeldet.Nach der tödlichen Messerattacke in einer Regensburger Bank haben die Ermittler weitere Informationen zum Tatverdächtigen und zum Tatablauf mitgeteilt. Ein 20 Jahre alter Deutscher verletzte demnach bei einem versuchten Bankraub am Donnerstag einen Bankmitarbeiter mit einem Küchenmesser tödlich. Nach Angaben der Ermittler betrat der Tatverdächtige die Bank am Donnerstag gegen 14.50 Uhr und zeigte dem Mitarbeiter am Empfang einen Zettel, auf dem sinngemäß „Bankraub“ und „Überfall“ gestanden habe.Anschließend habe der 20-Jährige ein mitgebrachtes Küchenmesser mit einer Klingenlänge von zwölf Zentimetern in die Luft gehalten und sei am Tresen vorbeigegangen. Der Bankmitarbeiter habe keine Möglichkeit gehabt, Geld auszuhändigen, da die Filiale bargeldlos betrieben werde. Danach sei es zu dem tödlichen Angriff gekommen. Auf das Opfer sei mehrfach eingestochen worden. Es handelte sich um eine Filiale der Hypovereinsbank (HVB). Nachdem die Polizei verständigt worden war, konnten Beamte durch ein Fenster mehrere Bankkunden sowie den Verletzten in Sicherheit bringen. Der Täter habe sich im hinteren Teil der Filiale aufgehalten. Der verletzte Bankmitarbeiter wurde versorgt und dann an Rettungskräfte übergeben, er erlag aber schließlich seinen Verletzungen.Der Tatverdächtige wurde rund drei Stunden später noch in dem Gebäude festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Er werde dringend des Mordes und der schweren räuberischen Erpressung verdächtigt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz mit.Die Polizeiakte des VerdächtigenDer 20-Jährige war den Behörden bereits seit Jahren bekannt. Unter anderem sei er mehrmals vermisst worden, als er nicht rechtzeitig in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung zurückgekehrt war.Lesen Sie auchIm Jahr 2022 fanden Polizisten bei einer Kontrolle ein Einhandmesser, das er nicht führen durfte. 2023 wurde bei ihm ein Elektroimpulsgerät sichergestellt. Die Behörden verhängten deshalb ein unbefristetes Waffenverbot gegen ihn.Zuletzt war der Mann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag polizeilich aufgefallen. Nach Angaben der Ermittler erschien er bei einer Polizeidienststelle und erklärte, sich stellen zu wollen, weil er eine Bierflasche auf ein Polizeigelände geworfen und mehrere Fahrzeuge beschädigt habe. Er wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen.Nachdem die Polizei seine Identität zweifelsfrei festgestellt hatte, musste sie ihn wieder entlassen. Schäden an Fahrzeugen konnten nicht festgestellt werden. Der 20-Jährige soll erst im Juni wieder nach Regensburg gekommen sein und zuvor für längere Zeit in Berlin gelebt haben. Der Beschuldigte wurde noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt. Die Ermittlungen dauern an.ll mit dpa