Im Mordfall um den Immobilienhändler Jaroslav H. hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen 50-jährigen Mann, den Beamte am Montagnachmittag in Garmisch-Partenkirchen ergriffen haben. Ihm wird Mittäterschaft an dem mutmaßlichen Mord vorgeworfen. Bereits seit 20. Juli sitzt ein 37-Jähriger in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass die drei Personen in geschäftlichen Beziehungen zueinander standen.Der getötete Jaroslav H. war, Informationen der SZ zufolge, gebürtiger Russe mit deutscher Staatsbürgerschaft und 51 Jahre alt. Er wohnte in Berg am Starnberger See, hatte sein Büro in Grünwald und war Geschäftsführer zahlreicher Firmen, die meisten tätig in der Immobilienbranche. Dabei soll er sich mehreren Quellen zufolge hauptsächlich um die Vermittlung von Investitionsobjekten an reiche russische Landsleute gekümmert haben. Der Getötete war am 15. Juli abends nicht nach Hause gekommen. Die Polizei fand schließlich sein Auto an der Motorworld in Freimann. In der Nähe gab es Spuren, die auf eine Gewalttat hinwiesen.Am 19. und 20. Juli durchsuchte die Polizei große Areale im Ebersberger Forst – offenbar gab es Hinweise, dass der Täter die Leiche nach der Tat dorthin gebracht hatte. Gefunden wurde jedoch nichts.Am 20. Juli schließlich wurde ein Tatverdächtiger festgenommen, ein 37-jähriger Mann. Die Festnahme erfolgte an seinem Wohnort in Garmisch-Partenkirchen. Wenige Stunden später wurde die Leiche des Opfers gefunden, am Parkplatz Barmsee an der B2 zwischen Garmisch und Mittenwald. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten Mord aus Habgier vor, er sitzt in Untersuchungshaft. Er und sein Opfer sollen eine geschäftliche Beziehung gehabt haben. Genauer wollen sich Polizei und Staatsanwaltschaft dazu nicht äußern.Jaroslav H. wohnte mit seiner Lebensgefährtin in einem noblen Mehrfamilienhaus mit Blick auf den Starnberger See. Er kannte sich in der Region gut aus und war offenbar in der Geschäftswelt bestens vernetzt. Der Sohn einer russischen Gelehrtenfamilie studierte Betriebswirtschaft in München und machte sich 2007 mit einer Firma selbständig, die sibirisches Lärchenholz nach Österreich, Deutschland und in die Schweiz importierte. Er beriet zudem Osteuropäer, die sich privat und mit Firmen in Deutschland niederlassen wollen. „Wir bieten alle Dienstleistungen an, die die Leute hier brauchen“, erzählte der Geschäftsmann einmal der SZ.Jaroslav H. verstand sich als Brückenbauer zwischen Ost und West, seine Kundschaft kam unter anderem aus Tschechien, Kasachstan und Belarus. Mit einem Partner übernahm Jaroslav H. 2014 die insolvente Rottaler Fruchtsaft GmbH. Überdies gründete er in Gräfelfing vor sechs Jahren eine Immobilien- und Bauträgergesellschaft, blieb dort aber nicht sehr lange Zeit. Dann agierte er als Geschäftsführer eines Unternehmens, das zumindest laut Handelsregister mit Schreib- und Tabakwaren sowie Geschenkartikeln zu tun hatte. Zuletzt war das mutmaßliche Mordopfer Chef einer Vermögensverwaltung in Grünwald. Auf Anfrage erklärte dort ein Mitarbeiter, dass der Geschäftsführer „leider verstorben“ sei, aber dessen Partner die Firma weiterführen werde.
München: Polizei verhaftet zweiten Tatverdächtigen nach Tötung an der Motorworld
Im Fall des gewaltsam zu Tode gekommenen Jaroslav H. hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen gefasst. Beide sollen in geschäftlicher Beziehung zu dem Toten gestanden haben.








