Stand: 28.07.2026 • 12:04 Uhr
Auch Porsche spürt die Krise in der Autoindustrie. Und dennoch: Nach der Betriebsversammlung herrscht bei Konzernleitung und Belegschaft positive Stimmung. Was macht Porsche anders?
Am Vormittag zeichnet Sorge die Gesichter all derer, die durch das Werkstor von Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen zur Betriebsversammlung eilen. Am Nachmittag, gut vier Stunden später, dominiert die Erleichterung. "Man kann auf jeden Fall voll zufrieden sein. Bis 2035 auf jeden Fall", sagt Bilal Dogan, ein Arbeiter in Werkskluft, als er aus dem Drehkreuz kommt. "Klar, weniger Sonderzahlungen, weniger Weihnachtsgeld und so. Aber es ist immer noch eine gute Sache, bei Porsche zu arbeiten."
Viele Monate schien das nicht so klar. Die Automobilkrise geht auch an dem Sportwagenhersteller im Luxussegment nicht spurlos vorbei. Die Premium-Fahrzeuge, die fast ausschließlich in Deutschland produziert werden, verkaufen sich längst nicht mehr so gut wie früher, vor allem in China ist der Absatz massiv eingebrochen. Hinzu kommt der schleppend verlaufende Umstieg auf E-Mobilität.
Porsches Gewinn brach zuletzt um 91 Prozent ein, im vergangenen Jahr flog der Konzern gar aus dem DAX, gehört also nicht mehr zu den 40 größten und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands. Ein erstes Sparpaket, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, beschloss den sozialverträglichen Abbau von 3.900 Stellen und einer Verschlankung der Produktion. Genügt hat das nicht.














