In den vergangenen 15 Jahren ist in München so gut wie alles teurer geworden, nur eines nicht: die Hundesteuer. Die blieb seit 2011 stabil bei 100 Euro pro Hund. Weil die allgemeinen Verbraucherpreise in dieser Zeit aber laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 41 Prozent gestiegen sind, hält Stadtkämmerer Christoph Frey (SPD) nun eine deutliche Erhöhung der hiesigen Hundesteuer für angebracht: Zum 1. Januar 2027 soll sie auf 144 Euro festgesetzt werden. So schlägt es Frey zumindest in der Sitzungsvorlage vor, die an diesem Dienstag im städtischen Finanzausschuss behandelt wird. Auch der Steuersatz für Kampfhunde soll demnach angehoben werden, von bislang 800 auf 1200 Euro.Dass die bayerische Landeshauptstadt knapp bei Kasse ist, ist bekannt. Insofern schauen die städtischen Referate derzeit nicht nur, wo sie sparen, sondern auch, wo sie mehr einnehmen können. Da bietet sich eine kommunale Abgabe an, die seit 15 Jahren unverändert geblieben ist. Eine große Entlastung der angespannten Finanzlage darf man durch die Hundesteuer freilich nicht erwarten: In diesem Jahr belaufen sich die entsprechenden Einnahmen auf rund 4,38 Millionen Euro, durch die Anpassung sollen künftig 1,9 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr in die Kasse fließen, insgesamt also etwa 6,2 Millionen. Angesichts eines Gesamthaushalts von rund zehn Milliarden Euro ist das allenfalls ein Zuckerl.Mit der Steigerung um 44 Prozent für normale Hunde und 50 Prozent für Kampfhunde würde nur die Inflation ausgeglichen, argumentiert Frey. Er verweist zudem auf den Vergleich mit anderen großen Städten in Deutschland: Da liege München aktuell am unteren Ende der Skala: Weniger als die bayerische Landeshauptstadt verlangen derzeit bloß Hamburg (90 Euro) und Augsburg (84). In Kommunen wie Mainz (186 Euro), Dortmund und Essen (je 156) oder Bremen, Hannover und Kiel (je 150) zahlen Hundehalter schon jetzt mehr, als sie es künftig in München sollen.Zudem stellen etliche Kommunen den Hundebesitzern für weitere Tiere zusätzliche Beträge in Rechnung: Stuttgart beispielsweise verdoppelt die Gebühr für den zweiten Hund von 144 auf 288 Euro. Mit dem Thema eines höheren Steuersatzes für Zweithunde will sich die Münchner Kämmerei freilich erst nach der Einführung einer neuen Steuersoftware beschäftigen, teilt Frey in der Vorlage mit. Gegebenenfalls muss sich der Stadtrat dann erneut beschäftigen mit all den Fifis und Waldis, wie die Hunde früher gern genannt wurden, beziehungsweise den Charlies und Balous, den Lunas und Bellas, wie sie heute bevorzugt heißen.Um die 43 000 Münchner halten mehr als 46 000 HundeBetroffen von der geplanten Maßnahme sind knapp 43 000 Münchnerinnen und Münchner, die etwas mehr als 46 000 Hunde halten – genau waren es am Stichtag des 31. Dezember vorigen Jahres 46 018. Damit setzt sich eine zunehmende Entwicklung fort, wenn auch nicht mehr in dem Maß wie zu Beginn des Jahrzehnts. Während der Corona-Pandemie schafften sich viele Menschen einen Hund an, um in Zeiten des Lockdowns außer Haus gehen zu können: So machte die Zahl der in München gemeldeten Hunde 2020 einen Sprung von 37 623 auf 40 674 und im Jahr darauf einen weiteren Satz auf 43 748.Bei einer Bevölkerung von 1,612 Millionen Menschen kommt in München mittlerweile ein Hund auf 35 Einwohnerinnen oder Einwohner. Am größten ist die Hundedichte in Randlagen, in Bogenhausen und Allach-Untermenzing hält sich jeder oder jede 27. einen Hund. In den Innenstadtbezirken wie der Maxvorstadt oder der Schwanthalerhöhe ist es hingegen nur jeder oder jede 46. Bewohner.Mit einer Änderung in der künftigen Hundesteuersatzung will Stadtkämmerer Frey den Besitzern zumindest ein wenig entgegenkommen. Er schlägt vor, die jährliche Fälligkeit der Hundesteuer von Mitte Januar auf 1. April zu verschieben. Anfang des Jahres würden erfahrungsgemäß viele private Vorsorgebeträge abgebucht, was mitunter zu Liquiditätsengpässen führen könne. Ein späterer Einzug der Steuer, so Frey, könnte eine gewisse Entzerrung der Belastungen bewirken.