Es wird wieder heiß in Bayern: Von Mitte der Woche an klettern die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst in Nordbayern auf bis zu 37 Grad, am unteren Main sogar auf bis zu 40 Grad. Da wird es wieder viele Menschen in Freibäder und an die Flüsse und Seen ziehen. Trotz Hitze gilt es aber, einen kühlen Kopf zu bewahren, mahnt die Wasserwacht Bayern.Vor allem männlicher Übermut kann am Wasser lebensgefährlich sein, das zeige schon die Statistik. 34 Badetote zählte die Wasserwacht bereits in diesem Jahr. 30 davon waren männlich, zwei weiblich, bei den anderen beiden ist das Geschlecht unbekannt. 15 waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Diese Gruppe scheine besonders risikofreudig und sorglos ins Wasser zu gehen, so die Wasserwacht. 19 Menschen ertranken in Seen. Ein paar Baderegeln aus gebotenem Anlass.Nur baden, wenn man sich gut fühlt – und nie mit ganz vollem oder ganz leerem MagenVon allen Baderegeln sei das die wichtigste, sagt Oliver Welter, stellvertretender Landesvorsitzender der Wasserwacht Bayern, wobei der das „Sich-gut-fühlen“ vor allem mit „bitte nüchtern sein“ übersetzt. Bei der Wasserwacht beobachten sie, dass Menschen auch schwimmen, wenn sie Alkohol getrunken oder andere legale Drogen genommen haben, berichtet er. „Man ist dann vielleicht schön gelöst und entspannt, hat aber noch weniger Blick für das Risiko.“ Gerade junge Männer, ohnehin die Risikogruppe Nummer eins, steigern sich dann vielleicht noch eher in eine Gruppendynamik rein – und man nötigt sich gegenseitig weiter zu schwimmen, als der eine oder andere kann.Das mit dem vollen Magen sieht er hingegen etwas entspannter. Ein Eis oder eine kleine Portion Pommes im Schwimmbad seien vielleicht weniger ein Problem. Der Schweinsbraten mit dem Weißbier aber eben schon. Was schon an Land den Kreislauf belastet, kann im Wasser schnell gefährlich werden.Nur baden, wenn jemand in der Nähe ist – und niemals aus Spaß um Hilfe rufenSelten gehen Menschen wie im Kino oder in einer Fernsehshow unter: schreiend und wild mit den Armen rudernd. Die meisten Menschen gleiten ruhig unter die Wasseroberfläche und ertrinken. Wer das vom Ufer aus beobachtet, sollte sofort helfen oder Hilfe holen. Für die Schwimmer selbst gilt: „Schwimmen Sie nicht alleine, drehen Sie auch nicht alleine um“, sagt Welter. „Und nehmen Sie eine Schwimmboje mit.“ Alleine gerieten Schwimmer viel eher in Panik, als wenn ein zweiter Schwimmer ihnen zurede. Viele Notsituationen entstünden aus Panik. Statt Ruhe zu bewahren, sich auf den Rücken zu drehen und Kraft zu schöpfen, wie es die Rettungsschwimmer empfehlen, fangen Menschen dann an, schnell zu atmen, nach Luft zu schnappen und schlucken Wasser.Allerdings kann auch ein ungeübter, zweiter Schwimmer einen panisch Ertrinkenden nicht ohne Weiteres retten und riskiert vielmehr, von ihm mit unter Wasser gezogen zu werden. Darum rät die Wasserwacht Schwimmern seit Jahren schon, eine kleine Boje mitzunehmen. Schwimmer können sich an ihnen ausruhen und sie werden im Notfall schneller gefunden.Schwimmen an Flüssen und Seen:Die schönsten Naturbäder in BayernDraußen schwimmen ja, Chlor und andere Chemie lieber nicht? An den Ufern einiger Flüsse und Seen in Bayern gibt es Strandbäder – manchmal mit, manchmal ohne Infrastruktur. Eine Auswahl.Nur an erlaubten und sicheren Orten baden – und niemals überhitzt ins Wasser springenIn Schwimmbäder wird man im Notfall leichter gerettet als in Seen oder gar in schlammigen Tümpeln. Dessen sollte sich jeder, der schwimmen geht, bewusst sein. Schwimmbäder sind weniger tief und das Wasser ist klar, das macht für Rettungsschwimmer einen großen Unterschied, sagt Welter. Er selbst war vor 20 Jahren an einer Rettungsaktion im Emmeringer Weiher beteiligt. Man sieht als Taucher keine 20 Zentimeter weit, sagt er. „Da müssen Sie schon über die Person drüberschwimmen, um sie zu finden.“ Das heißt nicht, dass man die vielen natürlichen Badegewässer in Bayern meiden sollte. Es geht viel mehr darum, Umsicht zu zeigen, siehe oben.Anderen bei Problemen helfen oder Hilfe rufen – und niemals rennen, schubsen oder untertauchenUnd niemals in der Gruppe sich gegenseitig unter Druck setzen, würde der Experte noch hinzufügen. Genau das erleben sie bei der Wasserwacht immer wieder, zuletzt etwa am Karlsfelder See. Eine Gruppe von vier bis fünf Jungs sei dort rausgeschwommen, vier voraus, der Fünfte schwamm 20 Meter weiter hinten und hatte sichtlich mit seinen Kräften zu kämpfen. „Statt mit ihm umzukehren, wird nach hinten geplärrt, was ist los, komm schon“, berichtet Welter. Am Ende musste der Junge von der Wasserwacht gerettet werden.Kindern knallbunte Badesachen anziehen – und niemals mit Luftmatratze oder Schwimmflügeln alleine lassenDie Tochter hat einen süßen grau-weißen Badeanzug, die Lieblingsbadehose des Sohns ist blau. Das sind keine guten Farben im Wasser, haben Experten herausgefunden. Schon vor einigen Jahren ist bei Sichtbarkeitstests belegt worden, dass die Farben der Badekleidung gar nicht knallig genug sein können – am besten Neon: Pink, Orange, Grün oder Gelb. Denn diese Farben sind auch unter Wasser gut erkennbar, (Hell-)Blau, Grün, Grau und dunklere Farben sind hingegen ganz schnell unsichtbar unter der Wasseroberfläche. Egal, ob im Freibad, Fluss, See oder Meer. Auch Weiß ist keine optimale Farbe, denn sie wird oft als Spiegelung im Wasser wahrgenommen.Niemals sollte ein Kind in einem Gewässer alleine gelassen werden, auch wenn es vermeintlich schwimmen kann oder sogar schon das erste Schwimmabzeichen hat. Schwimmflügel helfen nur bedingt, denn sie können leicht von dünnen Kinderarmen runterrutschen. Noch gefährlicher: Luftmatratzen oder andere aufblasbare Gebilde, von denen Kinder leicht abrutschen und mit dem Gesicht im Wasser landen können. Besser, auch beispielsweise, wenn ein Kind auf einem Stand-up-Paddleboard mitfährt, ist eine gut sitzende und richtig geschlossene Schwimmweste.