«Die Lager sind grösstenteils leer»: Ventilatoren und Klimaanlagen werden zur MangelwareAb Dienstag rollt die nächste Hitzewelle des Sommers heran. Händler melden Rekordzahlen und leer gekaufte Regale bei Kühlgeräten. Hochwertige Modelle sind begehrt – erst recht an der Goldküste am Zürichsee.28.07.2026, 05.07 Uhr4 LeseminutenSoll heizen und kühlen, zumindest ein bisschen: Wärmepumpe in einer Zürcher Villa.Gaëtan Bally / KeystoneDie nächste Hitzewelle rollt auf Zürich zu. Am Dienstag soll es in der Limmatstadt 31, am Mittwoch 34 und am Donnerstag 35 Grad heiss werden. Der prächtige Sommer 2026 lässt erneut seine Muskeln spielen. Und der Mensch fragt sich: Was tun, um diese Hundstage in einigermassen angenehmer Atmosphäre zu überstehen – im Büro oder daheim?Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die schnellste, günstigste und vermeintlich einfachste Lösung wäre: Man kauft sich einen Ventilator. Zum Beispiel den «Shark Flexbreeze», der laut dem Onlinehändler Galaxus «sehr gut bei 3 Tests» abgeschnitten hat und mit einem modernen Design überzeugt: Hülle, Stange, Fuss am Boden, ja sogar die Fernbedienung kommen ganz in Weiss daher. Akkulaufzeit für den kabellosen Betrieb: 24 Stunden. Und, sehr praktisch fürs Home-Office oder für hitzegeplagte Bürobetriebe: Man kann das Propellerteil von der Stange lösen und mit wenigen Handgriffen zu einem Tischventilator umbauen.Alles ausverkauft?Der Nachteil: Das Gerät kann erst zwischen dem 7. und 27. August geliefert werden. Die folgenden Hitzetage würde man also garantiert ohne «Flexbreeze» auskommen müssen. Und auch bei anderen Modellen ist Geduld gefragt. Galaxus macht aus der dürren Marktlage kein Hehl: Im Juni 2026 habe man so viele Klimaanlagen und Ventilatoren verkauft wie noch nie in einem Monat, verkündete das Unternehmen Anfang Juli in einer Medienmitteilung. Beide Produktgruppen verzeichneten je fünfstellige Absatzzahlen.Und: «Die Lager sind grösstenteils leer, mit Nachschub aus Asien ist erst nach der Saison zu rechnen.»In der Fust-Filiale im Zürcher Seefeld zeigt sich ein ähnliches Bild: keine Klimaanlagen, nur eine Handvoll kleiner Ventilatoren. Ein kümmerlicher Restbestand, der mit einem «Flexbreeze» kaum mithalten können dürfte. Die Nachfrage sei 2026 aussergewöhnlich hoch. Je nach Filiale seien einzelne Modelle zeitweise nicht verfügbar. Aber: «Es gibt laufend Nachschub», teilt eine Sprecherin auf Anfrage mit. Allerdings seien eintreffende Geräte «teilweise rasch wieder vergriffen».Die Verantwortlichen einer Niederlassung in Winterthur waren deutlicher: «Keine Klimageräte – keine Ventilatoren – alles ausverkauft», stand Anfang Juli auf einem Plakat an der Glastür der dortigen Filiale, wie der «Blick» damals berichtete.Im Hitzesommer kommen niedere Eigenschaften besonders deutlich zum Tragen: Der Mensch ist träge. Er hat Mühe damit, vorauszudenken. Er macht lange nichts und handelt erst dann, wenn es schon fast oder definitiv zu spät ist. Siehe die leeren Regale bei Fust und Galaxus.Ein Showroom wie in der AutobrancheIm Showroom eines Anbieters namens Klimazentrum indes gibt der Hitzesommer viel zu tun. «Das Telefon klingelt ständig», sagt Hans Fetsch, der stellvertretende Geschäftsführer des Unternehmens in Zürich Albisrieden. Die Firma hat sich auf Verkauf, Installation und Wartung von hochwertigen Klimaanlagen und Wärmepumpen spezialisiert. Der Raum erinnert an ähnliche Einrichtungen edler Automarken: ein schnittiger Innenraum, Designmöbel, ein langer Holztisch für Besprechungen.An einer Wand hängen und stehen die Produkte, die die Firma an den Mann und an die Frau bringen will: Klimaanlagen der Marken Daikin, Panasonic, Samsung, Mitsubishi Electric und so weiter. Man kann die Geräte vor Ort testen: Wie laut sind sie? Wie fühlen sie sich an, wenn man vor ihnen steht?Ein heisses Geschäft: Aussenteil einer Klimaanlage vor einem Eigenheim irgendwo im Mittelland.Christian Beutler / KeystoneMan habe doppelt so viele Anfragen wie im vergangenen Jahr, sagt Fetsch. «Manche Interessenten wissen gar nicht, dass man für fest installierte Anlagen eine Baubewilligung braucht.» Aber vielen ihrer Kunden – Eigenheimbesitzer, Gewerbetreibende, Arztpraxen, Lebensmittelgeschäfte – sei es dann jedoch einerlei, wenn Konzeption, Bewilligung, Anschaffung, Einbau und Inbetriebnahme Monate in Anspruch nähmen.Das Geschäft im oberen Marktsegment läuft offenbar. Im vergangenen Februar hat das Unternehmen einen zweiten Standort eröffnet: an der Seestrasse in Erlenbach am rechten Zürichseeufer. Da, wo viele Eigenheimbesitzer wohnen, wie Fetsch betont. Klimaanlagen seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, findet er. «Heute hat jeder Neuwagen eine – warum sollten wir unser Zuhause nicht ebenfalls temperieren?»Wärmen und kühlen – zumindest ein bisschenMit sogenannten Luft-Luft-Wärmepumpen lassen sich Räume sowohl erwärmen als auch kühlen. Einer der Auftraggeber von Klimazentrum ist die Stadt Zürich. Sie hat nach Angaben von Fetsch ein System bestellt, um einen Raum für Einsatzkräfte von Schutz und Rettung beim Milchbucktunnel zu beheizen – und bei dieser Gelegenheit gleich danach verlangt, die Kühlfunktion der Maschine zu sperren.Luft-Luft-Wärmepumpen werden vom Kanton beziehungsweise von den EKZ finanziell gefördert, wenn Eigenheimbesitzer ihre alte Elektroheizung ohne Wärmeverteilung durch ein solches System ersetzen wollen. Die Elektrizitätswerke verweisen gar auf eine Liste mit vertrauenswürdigen Geräten und Händlern.Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen – eine weitere Kategorie – können ebenfalls kühlen. Als eigentliche Klimaanlagen indes taugen sie nicht. Nach Angaben der Zürcher Baudirektion schaffen es diese Maschinen lediglich, die Raumtemperatur um zwei bis drei Grad zu drücken. Zu wenig, um eine Hitzewelle in den eigenen vier Wänden zu parieren.Der Rat des Zürcher Hauseigentümerverbands ist ohnehin ein anderer: keine Ventilatoren, keine Klimaanlagen in Bürobetrieben, sondern: Kühldecken einbauen. «Das lohnt sich», sagt Albert Leiser, der Direktor des Zürcher HEV. Am Hauptsitz des Verbands in Wollishofen wurde vor zwei Jahren eine Kühldecke installiert. Resultat am Montagnachmittag: 22 Grad Raumtemperatur, 51 Prozent Luftfeuchtigkeit – angenehme Bedingungen im Zürcher Hitzesommer 2026.Passend zum Artikel
Hitzewelle: Ventilatoren und Klimaanlagen werden zur Mangelware
Ab Dienstag rollt die nächste Hitzewelle des Sommers heran. Händler melden Rekordzahlen und leer gekaufte Regale bei Kühlgeräten. Hochwertige Modelle sind begehrt – erst recht an der Goldküste am Zürichsee.











