Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat sich für jahrgangsübergreifendes Lernen ausgesprochen. „Das ist überhaupt nicht optimal. Aber bevor der Unterricht komplett ausfällt, ist es eine Variante“, sagte Siegmund beim Talk „RND vor Ort“ in Magdeburg. Der 35-Jährige plädierte auch dafür, flexibel bei Klassengrößen zu sein, wenn es um die Frage geht, dass Klassen geteilt werden oder nicht - „um Unterricht sicherzustellen“. Auch Sachsen-Anhalts Grünen hatten sich in der Vergangenheit für einen Ausbau von jahrgangsübergreifendem Unterricht ausgesprochen, um kleine Schulen im ländlichen Raum zu erhalten.Unterrichtsausfall wird weiter Problem bleibenMinisterpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hatte eingeräumt, dass wohl auch in Zukunft noch mit Unterrichtsausfall zu rechnen ist. „Es wird nicht möglich sein, im nächsten Schuljahr oder im übernächsten Schuljahr schon eine 100-Prozent-Versorgung hinzubekommen“, sagte Schulze. Man sei aber auf einem vernünftigen Weg. Die Zahlen zeigten, dass es nicht mehr lange dauern werde. Sachsen-Anhalt hat wie auch andere Bundesländer mit Lehrermangel zu kämpfen. In der Gesprächsrunde, an der auch Vertreter von Linke, SPD, Grünen und FDP teilnahmen, gerieten Schulze und Siegmund unter anderem beim Thema Inklusion an Schulen aneinander. Schulze sagte: „Was Sie machen wollen, ist Selektieren von Kindern, und das hatten wir mal vor vielen, vielen Jahrzehnten. Das will ich nicht.“Streitpunkt InklusionSiegmund sagte, „niemand hat etwas gegen einen Schüler im Rollstuhl, wenn die Schule baulich ausgestattet ist“. Es gebe aber auch andere Arten von Behinderungen, etwa Verhaltensauffälligkeiten, für die eine spezielle Förderung nötig sei. Im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt steht: „Weder soziale und psychologische Betreuung noch Integration und Inklusion, sondern allein die Vermittlung von Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und Bildungsgütern ist Aufgabe der Schule.“SPD-Spitzenkandidat und Wissenschaftsminister in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann, sagte, es brauche multiprofessionelle Teams an den Schulen. Schulen seien aber auch ein sozialer Raum. Es gehe also auch darum, mit Gleichaltrigen Erfahrungen zu sammeln. „Deshalb lassen Sie uns bitte dabei bleiben und wehret den Anfängen einer Selektion.“© dpa-infocom, dpa:260727-930-446754/1
Siegmund für jahrgangsübergreifenden Unterricht
Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat sich für jahrgangsübergreifendes Lernen ausgesprochen. „Das ist überhaupt nicht optimal. Aber bevor der Unterricht komplett ausfällt, ist es eine Variante“, sagte Siegmund beim Talk „RND vor Ort“ in Magdeburg. Der 35-Jährige plädierte auch dafür, flexibel bei Klassengrößen zu sein, wenn es um die Frage geht, dass Klassen geteilt werden oder nicht - „um Unterricht sicherzustellen“. Auch Sachsen-Anhalts Grünen hatten sich in der Vergangenheit für einen Ausbau von jahrgangsübergreifendem Unterricht ausgesprochen, um kleine Schulen im ländlichen Raum zu erhalten.Unterrichtsausfall wird weiter Problem bleibenMinisterpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hatte eingeräumt, dass wohl auch in Zukunft noch mit Unterrichtsausfall zu rechnen ist. „Es wird nicht möglich sein, im nächsten Schuljahr oder im übernächsten Schuljahr schon eine 100-Prozent-Versorgung hinzubekommen“, sagte Schulze. Man sei aber auf einem vernünftigen Weg. Die Zahlen zeigten, dass es nicht mehr lange dauern werde. Sachsen-Anhalt hat wie auch andere Bundesländer mit Lehrermangel zu kämpfen. In der Gesprächsrunde, an der auch Vertreter von Linke, SPD, Grünen und FDP teilnahmen, gerieten Schulze und Siegmund unter anderem beim Thema Inklusion an Schulen aneinander. Schulze sagte: „Was Sie machen wollen, ist Selektieren von Kindern, und das hatten wir mal vor vielen, vielen Jahrzehnten. Das will ich nicht.“Streitpunkt InklusionSiegmund sagte, „niemand hat etwas gegen einen Schüler im Rollstuhl, wenn die Schule baulich ausgestattet ist“. Es gebe aber auch andere Arten von Behinderungen, etwa Verhaltensauffälligkeiten, für die eine spezielle Förderung nötig sei. Im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt steht: „Weder soziale und psychologische Betreuung noch Integration und Inklusion, sondern allein die Vermittlung von Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und Bildungsgütern ist Aufgabe der Schule.“SPD-Spitzenkandidat und Wissenschaftsminister in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann, sagte, es brauche multiprofessionelle Teams an den Schulen. Schulen seien aber auch ein sozialer Raum. Es gehe also auch darum, mit Gleichaltrigen Erfahrungen zu sammeln. „Deshalb lassen Sie uns bitte dabei bleiben und wehret den Anfängen einer Selektion.“© dpa-infocom, dpa:260727-930-446754/1







