Von der Osage Orange bis zur abgewaschenen Tinte: Zwei Berliner Ausstellungen verbinden Kolonialgeschichte, indigenes Wissen und persische Literatur.
Ausstellungsansicht Osage Orange
Ludger Paffrath
Im Botanischen Garten sind im Herbst auffällig große, bis zu einem Kilo schwere Früchte zu bestaunen, die wie runzelige Orangen aussehen. Sie gehören zu einem außergewöhnlichen Baum, der Anstoß zu einem seit 2009 andauernden, multiperspektivischen Langzeitprojekt der Künstlerin Antje Majewski gab.
Osagedorn, Bodark oder Milchorangenbaum genannt, stammt Maclura pomifera aus dem Mittleren Westen und Süden der USA. Deshalb stößt man über den Baum mit seinem ungewöhnlich harten Holz und seinen vielen Dornen zwangsläufig auf die Geschichte von der Eroberung des nordamerikanischen Kontinents, der Kolonisierung und Zerstörung der indigenen Kulturen wie der Natur, aber auch auf die Rettungsversuche. Arbeiten von Antje Majewski und Jen Tiger, Angehörige der Osage Nation, die nach einer Recherchereise durch die Region 2022 entstanden, sind jetzt im Gutshaus Steglitz zu sehen.







