Tausende Menschen sind auf Mallorca gegen den Massentourismus auf die Straße gegangen. Die Demonstranten versammelten sich am Abend zunächst auf der Plaça d’Espanya im Zentrum von Palma, der Hauptstadt der spanischen Mittelmeerinsel. Von dort zog der Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Kathedrale, wo später am Abend ein Manifest verlesen werden sollte.Die Initiative „Menys turisme, més vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben) hatte unter dem Motto „Mallorca am Limit“ bereits das dritte Jahr in Folge auf der vor allem bei Touristen aus Deutschland und Großbritannien beliebten Insel zum Protest aufgerufen und mit bis zu 40 000 Teilnehmern gerechnet. Die mallorquinische Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten derweil auf 25 000.Viele Teilnehmer haben selbstgebastelte Schilder mitgebracht. Clara Margais/dpa„Mallorca overbooked“Viele Teilnehmer trugen selbstgebastelte Plakate. „Mallorca overbooked“ oder „Keine Kapazität mehr“ stand unter anderem darauf. Ein Jahr vor den Regionalwahlen auf den Balearen wolle man seine Meinung kundtun, sagte ein Sprecher der Veranstalter vor Journalisten. Der Zeitpunkt sei bewusst mit Blick auf die aktuelle Hauptreisezeit gewählt worden. Ende Juli und Anfang August gelten als die Wochen mit den meisten Urlaubern auf der Baleareninsel.Die zentrale Forderung ist eine Begrenzung der Besucherzahl. Die steigende Zahl der Urlauber und der Ferienwohnungen wird für die Wohnungsnot verantwortlich gemacht, die auf der Baleareninsel herrscht. Die Organisatoren der Protestaktion beklagen, dass viele Menschen mit einem normalen Einkommen sich auf der Insel kaum noch eine Wohnung leisten können.Verschmutzung, Staus und LärmNachbarschaftsverbände, Umweltschutzgruppen und andere Organisationen führen aber auch Probleme wie Verschmutzung, Staus und Lärm sowie für die Zerstörung der Natur auf den Massentourismus zurück.Bei der Kundgebung sollte die deutsch-mallorquinische Sängerin Maria Hein die Mallorca-Hymne „La Balanguera“ singen. Nennenswerte Zwischenfälle oder Angriffe mit Wasserspritzpistolen auf Urlauber, wie sie bei früheren Protesten in Barcelona oder Madrid vorgekommen waren, wurden in Palma nicht gemeldet.
Mallorca: Zehntausende protestieren erneut gegen Massentourismus
Mitten in der Hauptreisezeit fordern Tausende auf Mallorca ein Ende des Massentourismus – unter anderem, weil Wohnungsnot herrscht.












