«Man hat mehr erwartet von Israel», sagt Ruth Dreifuss, die erste jüdische Bundesrätin der SchweizDie Altbundesrätin kritisiert die bundesrätliche Israel-Politik. Sie hält den Verteidigungskrieg von Israel für «unverhältnismässig» – und erklärt, warum sie anders als ihre Partei nicht von einem Genozid spricht.27.07.2026, 05.30 Uhr10 Leseminuten«Rache ist ein illegitimes Kind von Trauer»: SP-Altbundesrätin Ruth Dreifuss in ihrer Wohnung in Genf.In diesem Sommer ist SP-Altbundesrätin Ruth Dreifuss als Aktivistin nach Bern zurückgekehrt. In einem Aufruf fordert sie vom Bundesrat «entschlossene politische Massnahmen», um die humanitäre Lage in Gaza zu verbessern: «In Gaza herrscht Not!» Es ist der zweite Aufruf, den Dreifuss unterstützt. Sie findet, der Bundesrat müsse «konkreten Druck» auf Israel ausüben, um etwa den Zugang zu Medizin und Lebensmitteln zu erleichtern.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ruth Dreifuss, 86, erklärt ihr Engagement mit ihrer Biografie: Sie war von 1993 bis 2002 die erste jüdische Bundesrätin der Schweiz. Als Jugendliche war sie in zionistischen Jugendgruppen aktiv. Heute zeigt sie sich enttäuscht, was aus Israel geworden sei.In ihrer Wohnung im Genfer Paquis-Quartier führt sie uns zum Bücherregal, wo eine Karikatur von Patrick Chappatte ausgestellt ist: Man sieht Jesus in der Krippe. Einer der drei Könige sagt: «C’est un petit juif palestinien.» Ein kleiner palästinensischer Jude. Das gefällt ihr.Frau Dreifuss, Sie waren früher Aktivistin, dann Bundesrätin. Haben Sie damit gerechnet, dass Sie noch einmal zur Aktivistin werden?Ja, sicher. Ich bin zum Beispiel auch als Bundesrätin Amnesty-Mitglied geblieben. Ich fand es gut, ein schönes Briefpapier mit meinem Titel zu haben, um bei anderen Ländern zu intervenieren, wenn die Todesstrafe eingeführt wurde.In der Schweiz galt lange: servir et disparaître. War für Sie immer klar, dass Sie es anders machen werden?Ich schätze Herrn Villiger sehr, der diesen Satz geprägt hat, und ich bin ja auch sehr zurückhaltend mit öffentlichen Äusserungen.Wenn es um den Gaza-Krieg geht, besuchen Sie Demonstrationen, unterschreiben Appelle, machen mit bei Medienkonferenzen.Bei Themen, die ich als Bundesrätin behandelte, versuche ich möglichst wenig oder gar nicht zu intervenieren. Und Appelle, die direkt an den Bundesrat adressiert sind, unterschreibe ich nicht. Es gibt zwei Themen, bei denen ich öffentlich interveniert habe. Das sind einerseits Ausländerfragen und andererseits das Problem im Nahen Osten.Wann dachten Sie: Jetzt muss ich mich öffentlich engagieren?Ich bin schon in den Tagen nach dem 7. Oktober 2023 an einer Demo aufgetreten. Weil ich ahnte, wie die Reaktion von Israel auf den grauenhaften Angriff der Hamas ausfallen wird. Die Situation in Israel und Palästina lässt mir seit Jahrzehnten keine Ruhe. Ich habe 1967 schon gegen die israelische Besetzung demonstriert. Ich habe immer geglaubt, dass es eine Lösung braucht, die den Palästinensern gleiche Rechte, gleiche Sicherheit und gleiche Souveränität wie der jüdischen Bevölkerung gewährt.Das ist ja auch die Haltung der offiziellen Schweiz.Ja. Aber sie ist, sagen wir, zu lau.Wofür kritisieren Sie den Bundesrat?Die Schweiz und Israel haben eine sehr lange und enge Beziehung. Die Schweiz ist in einer Position, ihre Stimme mit mehr Kraft einzusetzen. Zum Beispiel, indem sie regelmässig den Botschafter von Israel zu einem kritischen Gespräch einlädt. Ich bin auch für einen sehr gezielten Boykott von gewissen Beziehungen, die wir mit Israel pflegen, hauptsächlich im militärischen und im wirtschaftlichen Bereich, weil auch Produkte aus besetzten palästinensischen Gebieten in die Schweiz geliefert werden. Ich bin keine Befürworterin der BDS-Bewegung. Aber die Schweiz kann gezielt Druck ausüben.Sie haben einmal gesagt, Israel habe das Recht, sich nach dem 7. Oktober zu verteidigen, aber nicht unverhältnismässig. Wann wurde es für Sie unverhältnismässig?Die Zerstörung des Gazastreifens ist unproportional, Israel verletzt dort Kriegs- und Menschenrechte. Auch die von der Regierung und der Armee unterstützten Angriffe der Siedler auf die Bevölkerung in den palästinensisch besetzten Gebieten sind Verbrechen, die niemals mit der eigenen Sicherheit begründet werden können.Der Bundesrat hat Israel deutlich kritisiert, er hat die Botschafterin einbestellt.Unsere europäischen Partner haben sich viel schärfer geäussert und gezielte Sanktionen ergriffen. Die Schweiz sollte sich ihnen anschliessen.Die Schweiz ist neutral und war aussenpolitisch immer zurückhaltend.Wenn es um das internationale humanitäre Recht geht, um Kriegsrecht, um Menschenrechte, gibt es keine Neutralität.Können Sie sich erklären, weshalb die Schweiz sich dagegen entscheidet, mehr Druck aufzubauen?Ich stelle mir diese Frage oft.Zu welchem Schluss kommen Sie?In der Gruppe, die den jüngsten Appell formuliert hat, haben wir uns gefragt, warum die Deutschschweiz in diesem Thema weniger sensibel zu sein scheint als die Westschweiz. Ich glaube, es hat mit Deutschland zu tun. Die Deutschschweiz ist mehr mit deutschen Medien und deutscher Sensibilität konfrontiert. Und Deutschland ist bei Israel vorbelastet. Das Land hat Schuldgefühle für das, was während der Nazi-Zeit passiert ist. Ich kann mir vorstellen, dass das auch einen Einfluss auf die Deutschschweiz hat.Die Deutschschweiz hat die historische Schuld Deutschlands übernommen?Nicht die Schuld, aber die Stimmung.Können Sie das verstehen?Ich kann es mir erklären, aber verständlich finde ich es nicht. Wir sind in der Schweiz, nicht in Deutschland.Noch immer engagiert: Die Wohnung von Altbundesrätin Ruth Dreifuss ist eingerichtet von einer Person, die liest und schreibt.Liegt Ihr Engagement für den Nahen Osten in Ihrer Biografie begründet?Wahrscheinlich. Wenn man mir die Frage stellt, was Israel für mich sei, sage ich immer: «Es ist ein Land wie jedes andere, und ich wende dieselben Kriterien an, wie wenn ich über die Massaker im Sudan oder die Frauenrechte in Afghanistan und Iran sprechen würde.» Und dann sage ich: «Aber.» Es gibt doch zwei Staaten auf dieser Welt, an die ich höhere Ansprüche stelle.Die Schweiz und Israel.Ja.Wieso Israel?Es schmerzt mich mehr, wenn ich sehe, was aus Israel geworden ist. Und das hat sicher mit meiner Biografie zu tun. Als Jugendliche war ich in zionistischen Jugendgruppen, zuerst bei der kommunistischen Haschomer Hazaïr, dann bei der sozialdemokratischen Brith Hazofim. Ich bin 1940 geboren und war acht Jahre alt, als Israel gegründet wurde. Jemand hat mal gesagt, viele Juden hätten zu Israel nicht un sentiment filial, sondern une responsabilité parentale. Auch ich fühlte diese Art von Verantwortung. Gleichzeitig wurde uns als Jugendlichen auch die Ideologie der Bodeneroberung und Kriegsvorbereitung mitgegeben. Wir trainierten in den Schweizer Alpen, wie es wäre, auf einem Hügel einen Wasserturm, Schützengraben oder Stacheldraht zu errichten. Das hat mich zum Austritt aus den Jugendgruppen bewogen.Sind Sie heute keine gläubige Jüdin mehr?Nein. Ich hatte als Kind ein glückliches Familienleben, das sehr geprägt war von jüdischen Prinzipien: Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht an. Wir hatten ein sehr fröhliches Verhältnis zum jüdischen Brauchtum. Wir zelebrierten die Feste, die Diskussionen mit den Eltern bis in alle Nacht. Ich bin eine grosse Kennerin von jüdischen Witzen. Aber mit zwölf Jahren habe ich dem lieben Gott meine Abschiedserklärung gemacht, weil der Glaube irgendwo verlorenging.In Ihrer Biografie steht, dass in den zionistischen Jugendgruppen oft darüber diskutiert worden sei, ob das jüdische Volk das Recht auf einen jüdischen Staat habe und was mit jenen passiere, die vorher dort gelebt hätten. Wie haben Sie diese Fragen für sich beantwortet?Ich hatte immer die Hoffnung auf einen binationalen Staat, in dem alle die gleichen Rechte haben und in Sicherheit leben.Wie hat sich Ihr Verhältnis zum israelischen Staat seither verändert?Bis zum Sechstagekrieg im Jahr 1967 und der Besetzung des Westjordanlands hatte ich Hoffnung. Danach erlaubte Israel illegale Siedlungen, übernahm zunehmend palästinensisches Gebiet und entrechtete die dortige Bevölkerung. Mit diesen Aktionen brach Israel die internationalen Regeln.Wie beschreiben Sie Israels Verteidigungskrieg nach dem 7. Oktober, sprechen Sie von Genozid?Erstens muss ich sagen: Der Angriff der Hamas war grauenhaft, er hat Israel nicht nur sehr stark traumatisiert, sondern auch in Trauer gestürzt. Israel ist ein kleines Land, alle kennen sich, die Jugend durch Schule, Studium und Militärdienst. Die Hamas hat schwere Verletzungen des Kriegsrechtes, der Menschenrechte begangen. Aber die Reaktion von Israel war unverhältnismässig. Es wurden ebenfalls Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt. Es gibt genügend Berichte über die Zerstörung von Landwirtschaft, Kultur, Hilfsgütern. Über die Hungersnot, die Bomben auf Spitäler, die der Ausgangspunkt für unseren Appell waren.Ihre Partei, die SP, spricht von einem Genozid.Eine schwierige Frage. Es gibt keine Hierarchie, ein Genozid ist nicht schlimmer als Kriegsverbrechen, als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Für einen Genozid müssen fünf Kriterien erfüllt sein, wesentlich ist die Absicht, eine Gruppe teilweise oder ganz auszulöschen. Ich überlasse das Urteil den Gerichten. Und ich verstehe die Sensibilität Israels bei diesem Begriff.Sie haben vom Trauma und von der Trauer gesprochen, und Sie haben vorher auch gesagt, dass Sie höhere Ansprüche an Israel stellen würden als an andere Staaten.Wegen meiner Biografie, ja. Und ich sage nicht, dass es legitim ist. Es ist einfach wegen meiner Biografie.Könnten Sie bei einem anderen Staat eher nachvollziehen, was aus diesem Trauma und dieser Trauer gefolgt ist? Mit anderen Worten: Sind Sie bei Israel strenger, weil es Israel ist?Das ist keine Frage der Strenge, sondern der Ansprüche. Auch in einem Verteidigungskrieg – was es aus der Sicht vieler Israeli ist – ist nicht alles erlaubt. Zudem geht es in diesem Krieg, wie ihn Israel in Gaza führt, nicht nur um die Sicherheit der eigenen Bevölkerung. Ich glaube nicht, dass Sicherheit schafft, wer Gebiete besetzt. Ein israelischer General hat Ende der sechziger Jahre einmal gesagt: «Was ist eine natürliche Grenze? Eine Grenze, die genügend weit entfernt ist von unseren Leuten, unseren Städten, unseren Dörfern, damit die Gefahr eines Angriffs reduziert ist.» Dieser General hat auch gesagt: «Komischerweise gehen wir immer weiter. Und wir sind immer weniger sicher, weil wir immer neue Gebiete erobern.» Heute ist Israel in einer so unsicheren Lage, wie es wahrscheinlich noch nie war. Rache ist ein illegitimes Kind von Trauer.«Wollen Sie jetzt noch über Antisemitismus reden?» Ruth Dreifuss auf dem Balkon ihrer Wohnung im Genfer Paquis-Quartier.An den Universitäten gab es unzählige Aktionen und Demonstrationen. Können Sie sich erklären, weshalb Israel triggert?Vielleicht aus dem gleichen Grund wie bei mir: Man hat mehr erwartet von Israel. Als Demokratie, als Land, das auch eine gewisse Hoffnung für einen sozialen Staat war.Oder weil Israel unter Linken als Teil einer imperialistischen Achse unter amerikanischer Führung gesehen wird?Ich glaube nicht, dass es eine antiamerikanische Bewegung ist. In Europa sind die Erwartungen an Israel grösser, weil die Beziehungen eng sind. Israel und die EU haben gemeinsame Abkommen. In internationalen Organisationen gibt es regionale Gruppen, und da gehört Israel zu Europa. Beim Fussball ist es so, beim Eurovision Song Contest. Man könnte eine ganze Liste machen. Wir haben Möglichkeiten, Druck zu erzeugen, und wir haben Verantwortung. Das sage ich nicht als Jüdin, sondern als Europäerin.An den Universitäten haben auch junge Leute mit Palästinensertuch demonstriert, die keinen Bezug zu Israel haben, das Land aber sehr pauschal verurteilen. Im Raum steht der Vorwurf von Antisemitismus.Wollen Sie jetzt noch über Antisemitismus reden? Ja, er hat zugenommen in den vergangenen Jahren. In vielen Ländern, gerade in Europa. Das macht mich sehr, sehr besorgt. Ich verschliesse nicht die Augen vor dem Attentat in Zürich oder vor Schmierereien. Aber Israel trägt auch eine Verantwortung. Zum Beispiel wegen des Gesetzes, mit dem sich Israel vor einigen Jahren als jüdischer Staat definiert hat.Was hat das mit dem Antisemitismus zu tun?Mehr als zwanzig Prozent der Bevölkerung ist nicht jüdisch in Israel. Es ist ein Viel-Religionen-Staat. Aber mit dem Gesetz kam die Behauptung: Wir sind der jüdische Staat, hier sind die Juden. Nach dieser Logik wird mit der israelischen Regierungspolitik verbunden, wer jüdisch ist. Das bringt einen neuen Vorwand für Antisemitismus.Gibt es in den universitären Bewegungen antisemitische Elemente? Es gibt Studenten, die die Boykottbewegung BDS unterstützen.Die BDS-Bewegung ist nicht antisemitisch. Sie ist gegen Israel und dumm, weil sie auch Leute angreift, die in Israel zur Opposition gehören. Einige Studenten fordern zudem, dass die Zusammenarbeit mit den israelischen Universitäten eingestellt werde, weil die israelischen Studenten von der Armee eingezogen werden können. Doch in Israel gilt das bei allen Reservisten.Aber gibt es antisemitische Elemente?Wahrscheinlich schon. Als die neue Rektorin der Universität Genf 2024 ihre Arbeit aufnahm, berief sie einen Ausschuss ein, der den Umgang mit dem Krieg in Gaza klären sollte. Ich gehörte dem Ausschuss an, und ich glaube, unser Bericht war fair. Unter anderem hiess es darin, dass weder generelle Boykotte noch Angriffe auf jüdische Studenten geduldet würden. Leider wurde der Bericht sofort schubladisiert.«C’est un juif palestinien»: Ruth Dreifuss mit der Karikatur von Patrick Chappatte.Frau Dreifuss, Sie haben kürzlich gesagt, die Welt sei gefährlicher geworden. Was meinten Sie damit?Es gab noch nie so viele Kriege wie heute. Ich bin drei Jahre nacheinander in die baltischen Staaten in die Ferien gereist. Die Leute dort haben Angst. Die Russen testen, ob sie irgendwann weitergehen können, als mit Drohnen die Grenze zu überfliegen. Auch China und die USA melden vermehrt Machtansprüche an. Es ist eine Zeit voller Unsicherheit. Für die Welt, für Europa.Wie soll sich die Schweiz verhalten?Sie darf sich nicht isolieren.Bis jetzt ist sie mit Zurückhaltung doch gut gefahren.Aber Zurückhaltung ist nichts, was in die Zukunft weist. Sie ist keine Strategie.Ignazio Cassis sieht das anders. Er hat das «Durchwursteln» zum Schweizer Prinzip erhoben.Das ist ein Unwort.Hat uns dieses Durchwursteln nicht vor viel Unheil bewahrt?Vielleicht. Aber wir müssen darüber nachdenken, was es uns gekostet hat.Nämlich?Nehmen wir den Ersten Weltkrieg. Nach Kriegsende waren unsere Nachbarn und die USA nicht gut auf uns zu sprechen, wegen unserer Neutralität. Also wählten wir Gustave Ador, den Präsidenten des Schweizerischen Roten Kreuzes, in den Bundesrat und sofort zum Bundespräsidenten. Um zu zeigen: Die Schweiz will wieder gut sein. Vom Zweiten Weltkrieg will ich gar nicht erst sprechen. Wir waren sicher nicht nur der wehrhafte Igel.Sie finden es moralisch verwerflich, sich durchzuwursteln?Es ist keine Frage der Moral. Es ist eine Frage der Weitsicht. Welche Stellung in der Welt wollen wir künftig haben? Auf lange Sicht zahlt sich das Durchwursteln sicher nicht aus. Es kommt alles zurück. Das hat der Bergier-Bericht gezeigt.Was soll der Bundesrat anderes tun, wenn internationale Regeln immer weniger gelten?Ein Kleinstaat hat das grösste Interesse daran, dass das internationale Recht eingehalten wird. Das bedeutet aber auch, dass die Schweiz selbst sich daran halten muss. Die kleinen und mittelgrossen Staaten können die Ordnung wiederherstellen.Diese Hoffnung haben Sie noch nicht verloren?Nein. Wir haben eine Verantwortung. Vous trouvez ça naïf, hmm?Es ist eine überraschend optimistische Note.Ist es. Aber können Sie sich vorstellen, wie die Welt jetzt wäre, wenn das multilaterale Gebilde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht erschaffen worden wäre?Passend zum Artikel