Lando Norris gewinnt den GP von Ungarn. Es ist der erste Sieg des Weltmeisters seit neun Monaten und der erste in dieser Saison für McLarenNorris, Max Verstappen und Kimi Antonelli stehen auf dem Formel-1-Podest, weil sie die Courage haben, sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen.Elmar Brümmer26.07.2026, 19.29 Uhr3 LeseminutenLando Norris gewinnt wie im Vorjahr in Ungarn und sorgt für den ersten Grand-Prix-Sieg in dieser Saison für sein Team McLaren.Marton Monus / ReutersDie Formel 1 verabschiedet sich mit einem Adrenalinschub in ihre vierwöchige Sommerpause – und mit dem Comeback des Weltmeisters Lando Norris. Der Brite meldet sich beim Grossen Preis von Ungarn mit seinem ersten Saisonsieg zurück. Das kommt trotz seiner Pole-Position ähnlich überraschend für den McLaren-Piloten wie der zweite Platz für Max Verstappen im Red-Bull-Rennwagen und der dritte Rang für Kimi Antonelli mit Mercedes.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die drei Tagesbesten sind aber nicht nur deshalb auf dem Podium, weil die favorisierten Ferrari-Fahrer Charles Leclerc und Lewis Hamilton Opfer unglücklicher strategischer Entscheidungen des Kommandostands wurden. Vielmehr bewiesen Norris, Verstappen und Antonelli die Courage, sich durch Rückschläge nicht entmutigen zu lassen. Resilienz ist nicht nur auf dem heissen Hungaroring eine entscheidende Tugend, sie nährt auch das Momentum erfolgreicher Rennfahrer.Norris hadert weniger mit sich selbstÜber neun Monate hinweg war Lando Norris sieglos geblieben, was vor allem an seinem McLaren-Mercedes lag, der zu Saisonbeginn noch nicht die gewohnte technische Reife hatte. Der Brite haderte zwar mit seinem Auto, aber entgegen früheren Jahren weniger mit sich selbst. Er behauptete, dass die schwierige Phase ihn tatsächlich stärker mache, und über die 70 Runden lieferte er den Beweis.Die erste Pole-Position, die er mit der Nummer 1 auf der Fahrzeugnase erringen konnte, verlor er nach dem Start gleich wieder an den Teamkollegen Oscar Piastri. Auch später schien Norris gegen den Australier das Nachsehen zu haben, der dann aber mit einem Getriebeschaden ausrollte. Doch der Wille – es war wohl auch aufgestaute Wut dabei – überwand die mentale Blockade und schärfte die Konzentration. «Mein Tempo war wahrscheinlich das beste, das ich je hatte», lobte sich der Sieger hinterher. Davon wünsche er sich mehr, um in der zweiten Saisonhälfte Druck auf die Konkurrenten ausüben zu können.Sein alter Gegenspieler Max Verstappen wusste auch in den Interviewrunden eine Stunde nach dem elften WM-Lauf immer noch nicht, woher plötzlich das Leistungsvermögen seines Wagens gekommen war. Rundenlange Schimpftiraden des Niederländers über Probleme mit Balance und Schaltung hatten zunächst einen ganz anderen Rennausgang suggeriert. Doch dann griff das, was der Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies den «Max-Faktor» nennt – mit seiner aus der Erfahrung gespeisten Aggressivität war der Ausnahmefahrer im richtigen Moment zur Stelle.Sein Überholmanöver aus dem Windschatten heraus gegen Lewis Hamilton liess den Rekordweltmeister wie einen Fahrschüler wirken. Ähnlich wie Norris kompensiert Verstappen seinen grundsätzlichen Frust über ein zu launisches Auto durch glanzvolle fahrerische Aktionen auf der Strecke. Das ist nicht nur gut fürs eigene Selbstbewusstsein, es hat auch eine Vorbildfunktion für das ganze Team.Antonellis Mercedes ist ungewohnt unterlegenKimi Antonelli, der durch eine Strafe nach der Qualifikation nur vom siebten Startrang aus ins Rennen gegangen war, bewies erneut sein grosses Kämpferherz. Mit Blick auf seine Gesamtführung, die er durch den dritten Rang jetzt auf 50 Punkte vor Hamilton ausbauen konnte, hatte sich der Italiener im Renngeschehen nicht provozieren lassen. Geduldig folgte er dem Reifenpoker seiner Ingenieure, um dann in den richtigen Momenten die entscheidenden Positionen zu gewinnen.Für den 19-Jährigen war es eine ungewohnte Situation, dass sein Mercedes streckenbedingt ein deutlich unterlegenes Auto war. Er habe daraus gelernt, und er nimmt den dritten Platz mit als Motto in die zweite Hälfte: «Wir müssen die Resultate maximieren.»Für wie viele Rennen das gelten mag, ist noch offen. Zwar wurde für den wegen des Golfkonflikts im April abgesagten Grossen Preis von Bahrain ein Ersatzrennen genehmigt. Anfang Oktober kehrt die Formel 1 damit nach neun Jahren wieder nach Malaysia zurück. Wegen der ungewissen Lage am Persischen Golf stehen aber die beiden Finalrennen in Katar und Abu Dhabi weiterhin zur Disposition. Vorsichtshalber werden bereits Ersatzorte in Europa gesucht. Weniger wegen des sportlichen Wertes, sondern vor allem, um die finanziellen Verluste zu minimieren.Passend zum Artikel