Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigt sich im ZDF-Sommerinterview schockiert vom islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD. „Er ist auch ein bewusster Anschlag auf die Freiheitsidee unseres Landes“, sagt der CSU-Chef. Am Samstagabend soll Abdul Ballout, ein 21-jähriger deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, mit einem Kleinbus in eine Menschenmenge gefahren sein. Eine Person starb, 29 weitere wurden verletzt.Dieser „feige Anschlag“ dürfe „auf keinen Fall ungesühnt bleiben“, sagt Söder. Zunächst müssten die Umstände der Tat und ihr Motiv aufgeklärt werden. Mit Blick auf andere Großveranstaltungen und Feste betont der CSU-Chef: „Wir müssen immer besorgt sein.“ Zugleich dürfe man sich nicht „die gesamte Lebensfreude nehmen lassen“. Söder nimmt Merz in Schutz Moderator Wulf Schmiese befragt Söder auch zur Kabinettsumbildung, die Bundeskanzler Merz nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) vorgenommen hatte. Der Umbau sei sinnvoll und die verkündeten Personalien „sehr gut“, sagt Söder.Für großen Ärger innerhalb der Union hatte allerdings der Umgang des Kanzlers mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) geführt. Wie „Bild“ berichtet, kündigte Merz Schnieder am Donnerstag seine Entlassung an, musste dann jedoch feststellen, dass sein Wunschnachfolger Fritz Güntzler für den Posten nicht zur Verfügung stand. Nun bleibt Schnieder zunächst im Amt, gilt jedoch als schwer beschädigt.Unser Land braucht Reformen, und die haben wir jetzt schon zum großen Stück geliefert.Markus Söder, CSU-Chef und bayerischer MinisterpräsidentSöder nimmt Kanzler Merz in Schutz. „Wenn man mit jemandem am Abend ausmacht, dass er kommt, und dann in der Früh um vier hört, dass es nicht klappt“, sagt der CSU-Chef in Anspielung auf Merz’ Wunschnachfolger Güntzler, liege die Verantwortung dafür „sicher nicht beim Bundeskanzler“.Insgesamt sei das Ansehen der Regierung „nicht so gut, wie es sein müsste“, betont Söder. Es könne sich jedoch verbessern, wenn die Entscheidungen der Regierung Wirkung zeigten. Unabhängig von den Umfragewerten müsse die schwarz-rote Koalition „das tun, was notwendig ist“, sagt Söder: „Unser Land braucht Reformen, und die haben wir jetzt schon zum großen Stück geliefert“. Absage an Zusammenarbeit mit AfD Das Gespräch dreht sich auch um die AfD. Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte jüngst mit einer Äußerung zur Brandmauer für Aufsehen gesorgt. „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will“, sagte Kretschmer dem „Handelsblatt“.„Reden ist das eine, aber dann muss man auch eine Entscheidung treffen“, sagt Söder. Eine Zusammenarbeit mit der AfD würde „zu einer massiven Spaltung der Union“ führen, warnt der bayerische Ministerpräsident. CDU und CSU dürften der AfD nicht den Weg an die Macht ebnen, so wie Franz von Papen, Reichskanzler in der Weimarer Republik, es für Hitler getan hatte.Die AfD sei „pro-Russland, zum Teil gegen Deutschland“ eingestellt, betont der CSU-Chef. Sie erkläre die Union zum Hauptfeind. „Mit solchen Leuten“, sagt Söder etwa mit Blick auf den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, „kann und will ich nicht zusammenarbeiten“.Er halte es für ein „sehr gutes Argument“, dass künftig eine Frau das höchste Staatsamt bekleiden solle, sagt der CSU-Chef über die im Frühjahr anstehende Bundespräsidentenwahl. Angesprochen auf Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die als mögliche Steinmeier-Nachfolgerin gehandelt wird, betont er: „Sie wäre eine sehr gute Kandidatin.“Auch zu seiner eigenen Zukunft äußert sich Söder: Er werde bei der Landtagswahl 2028 noch einmal als Ministerpräsident antreten, „wenn die Partei und die Wähler das wollen“.
Markus Söder im ZDF-Sommerinterview: „Ein bewusster Anschlag auf die Freiheitsidee unseres Landes“
Im ZDF-Sommerinterview verurteilt CSU-Chef Söder den Anschlag auf den Berliner CSD. Beim Kabinettsumbau nimmt er den Kanzler in Schutz – und äußert sich zu seiner eigenen Zukunft.










