Urlaubszeit ist Lesezeit. Wir fragen Christian Koch, Inhaber der Krimibuchhandlung Hammett am Marheinkeplatz, was er zu lesen empfiehlt – und zwar in drei Richtungen: Welcher Kriminalroman bietet sich an, wenn man richtig Zeit hat? Welches Taschenbuch gehört in den Strandkorb? Und welches ist gerade Ihr Lieblingsbuch, Herr Koch?
Christian Koch: Oliver Bottini lese ich immer sehr gern, seine Serien wie die einzelnen Romane, aber die fast 500 Seiten von „Die Summe aller Dinge“ sind im Alltag schon recht viel. Für dieses Buch sollte man sich unbedingt Zeit nehmen. Denn was Bottini hier in einen unglaublich temporeichen Roman mit interessanten Figuren packt, ist Cum-Ex, also dieser ausgeklügelte Betrug am Staat. Mich begeistert sehr, wie faszinierend lebendig er ein so sprödes Thema gestalten kann. In „Die Summe aller Dinge“ steckt das Wissen eines Sachbuchs, hammerspannend erzählt. Das letzte Mal habe ich etwas in dieser Qualität vielleicht bei Don Winslow über die Drogenkartelle in Mexiko gelesen.
Beim Taschenbuch möchte ich eine Autorin nennen, die ich gerade erst entdeckt habe. Edda Minck heißt sie. Vom Namen her war sie mir schon geläufig, sie schreibt humorige Regionalkrimis, veröffentlicht sie bei Tredition, also fast im Selbstverlag. Jetzt ist mir ein Buch von ihr durch sein ansprechendes Art-Deco-Titelbild aufgefallen. Tatsächlich ist „Atticus Fox, Meisterdieb“ eine unglaublich schöne Geschichte über einen Betrüger mit Geschmack: Er raubt wertvollsten Schmuck und bietet ihn nach einer Weile den Geschädigten selbst zum Kauf an, weil er ihn angeblich den Dieben entrissen hat. Das liest sich wirklich charmant.











