Pünktlich, effizient, regelverliebt. Kaum eine Nation ist mit so vielen festen Zuschreibungen belegt wie die Deutschen. Fragt man Menschen in New York, Tokio oder Buenos Aires nach ihrem Bild von Deutschland, fallen oft dieselben Stichworte: Bier, Autos, Ordnung und Disziplin. Klischees sind zwar selten gerecht, verraten in diesem Fall aber viel darüber, wie ein Land von außen wahrgenommen wird.
Verspätet? In Tokio kaum wahrscheinlich
Das wohl bekannteste deutsche Markenzeichen ist die Pünktlichkeit. Wir gelten als Menschen, die fünf Minuten vor dem Termin erscheinen und Verspätungen nur angestrengt tolerieren. Die Vorstellung ist so weit verbreitet, dass sie fast schon Teil unserer nationalen Identität geworden ist. Umso größer ist die Verwunderung vieler Besucher, wenn sie am Bahnsteig auf einen mal wieder verspäteten Zug warten müssen. In Tokio würde das nicht passieren.
Eng damit verbunden ist das Bild der vermeintlichen Ordnungsliebe. Müll wird hierzulande brav säuberlich getrennt, Regeln werden eingehalten und Formulare akribisch ausgefüllt. Für manche wirkt das bewundernswert, für andere skurril. Tatsächlich gehört Bürokratie zu den Dingen, über die Deutsche selbst gerne schimpfen. Dennoch scheint die Vorstellung von einem Land, in dem alles seinen festen Platz hat, im Ausland fest verankert zu sein. Und bei uns auch.







