Die Schreckensmeldungen aus Europa überschlagen sich: In Spanien ruft die Regierung für mehrere Regionen den nationalen Notstand aus, in Frankreich brennt der Wald gleichzeitig am Mittelmeer, nahe der Hauptstadt Paris in Fontainebleau und auf einer riesigen Fläche bei Bordeaux. Deshalb kommt es nun zu einer Premiere. Der viermotorige Militärtransporter A400M von Airbus soll erstmals als Löschflugzeug echte Einsätze in Frankreich fliegen.Es fehlen ausreichend Löschflugzeuge angesichts der Vielzahl der Brandherde. Diese mögliche Problematik wurde lange vernachlässigt. Dafür nimmt jetzt die Diskussion angesichts etlicher gleichzeitiger Waldbrände Fahrt auf. So hat Airbus 2022 für seinen Militärtransporter A400M mit vier Turboprop-Triebwerken eigens einen Roll-On-Roll-Off-Tank mit 20.000 Litern entwickelt, der aus ihm zeitweise ein Löschflugzeug macht. Da die Löscheinheit beweglich ist, kann sie bei Nichtgebrauch ausgebaut werden.Der Airbus ist noch nicht zertifiziertDas Problem: Airbus hat zwar bereits im Sommer 2024 und 2025 in Spanien und Frankreich vielversprechende Tests absolviert. Aber das System muss für die Verwendung im A400M eigentlich noch endgültig zertifiziert werden. Ebenso müssen die militärischen Crews für derart heikle Löscheinsätze speziell geschult werden. Es wird knapp über dem Feuer geflogen, damit das Löschwasser zielgerichtet abgeworfen werden kann und nicht bereits in der Luft verdampft. Crew und Flugzeug werden dabei durch Turbulenzen kräftig herumgeschüttelt, zudem ist die Sicht schlecht. Das französische Militär will gleichwohl in den kommenden Tagen erste Einsätze umgerüsteter A400M über den Waldbränden an der Atlantikküste erlauben. Die französische Regierung hat Airbus um Unterstützung gebeten. Geflogen werden die Einsätze von Piloten des französischen Militärs mit deren Maschinen. Die spanische Luftwaffe will in den kommenden Tagen ebenfalls mit einem weiteren A400M erste Löscheinsätze fliegen.Der Vorteil dieses Systems: Alle Anschlüsse im Flugzeug-Wassertank sind kompatibel mit der Wasserversorgung der Feuerwehr gestaltet. Sobald der Airbus gelandet ist, kann er mit jeweils 20.000 Liter Löschwasser durch Feuerwehrfahrzeuge betankt werden. Das soll in weniger als zehn Minuten möglich sein. Dann kann der A400M sofort wieder starten. Mit diesem Fassungsvermögen kann er über einen Auslass an der Heckklappe dreimal so viel Wasser während eines Einsatzes abwerfen wie die bekannten Canadair-415-Löschflugboote, die derzeit überall am Mittelmeer, aber auch im Wald von Fontainebleau im Einsatz sind. Bisher hat allerdings noch keiner der militärischen Kunden des A400M diesen Löschcontainer bestellt. Deshalb wird er nun wohl von Airbus an das französische und spanische Militär ausgeliehen, um damit Einsatzerfahrung zu sammeln.Die Vereinigten Staaten gehen einen etwas anderen Weg. Dort werden entweder viermotorige Lockheed-Hercules-Transporter umgebaut oder gleich neu bei Lockheed-Martin in der Feuerlöschversion „FireHerc“ bestellt. Oft werden auch bestehende Fracht- oder Passagierflugzeuge umgerüstet. So gibt es in den USA viele Löschflugzeuge auf Basis von älteren Boeing 737, 757 und 767 und etliche kleinere Turboprop-Flugzeuge, die gewaltige Löschwassertanks eingebaut bekommen. Auch dreistrahlige McDonnell-Douglas DC-10 wurden bereits zu Löschbombern mit 45.000 Litern Fassungsvermögen umgebaut. Selbst zwei riesige 747-Jumbos sind schon zu Löschflugzeugen modifiziert worden. Sie waren mit jeweils 75.000 Litern Löschwasser an Bord zwar Rekordhalter, erwiesen sich allerdings als unwirtschaftlich und wurden später wieder zurückgerüstet.
Airbus A400M als Löschflugzeug bei Waldbränden in Frankreich
Die Feuerwehr bekommt Hilfe aus der Luft. Gegen die Waldbrände in Frankreich wird ein Militärtransporter A400M als Löschflugzeug eingesetzt. Das ist eine Premiere. Mit besonderen Hürden.













