Gerhard Kauth ist sauer, und macht gar kein Aufhebens darum. Er kennt Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) seit vielen Jahren, machte schon Wahlkampf für ihn, als Schnieder Verbandsbürgermeister werden wollte.Auf die geplante Entlassung Schnieders durch Kanzler Friedrich Merz (CDU) ohne Klärung der Nachfolge blickt Kauth, Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband Arzfeld (Rheinland-Pfalz) mit Unverständnis und Verärgerung. Was Merz jetzt mit ihm macht, ist für uns alle unverständlich.Gerhard Kauth, Vorsitzender der CDU Arzfeld (Eifel)„Warum Patrick Schnieder jetzt das Bauernopfer wird, verstehen wir nicht“, sagt Kauth am Samstag am Telefon dem Tagesspiegel: „Was Merz jetzt mit Patrick Schnieder macht, ist für uns alle unverständlich, ich halte es für skandalös. Vom Stil her ist es das Allerletzte. In ganz Rheinland-Pfalz herrscht Kopfschütteln, versteht das kein Mensch.“ Selbst die Opposition zeige kein Verständnis, sagte Kauth.„Wir begreifen nicht, wie man so mit einem Menschen umgehen kann“, sagte Kauth, der nach eigenen Angaben die CDU in Arzfeld seit 16 Jahren anführt. Kanzler Merz müsse doch wissen, „dass man nicht das Verkehrsministerium schnell umkrempeln kann“.Schnieder sei dort „auf dem richtigen Weg“ gewesen, habe einen „Top Job gemacht“. Merz kenne doch Schnieder seit vielen Jahren. Der Minister sei ein erfahrener und fleißiger Volljurist, habe schon als Verbandsbürgermeister exzellente Arbeit geleistet. Die Abberufung von Schnieder ohne Klärung der Nachfolge sei „handwerklich richtiger Murks“.Schnieder habe erst bei der letzten Bundestagswahl den Wahlkreis mit über 40 Prozent der Stimmen gewonnen, sei damit besser gewesen als jeder andere Kandidat. Der Minister sei in Rheinland-Pfalz „sehr beliebt“.