Aus dem Saarland kommt ein Vorstoß für ein Direktanstellungsgebot von Lieferdienstfahrer*innen. Das wäre ein großer Fortschritt für die Beschäftigen.

S ie können Rad fahren und suchen einen Job? Dann hier ein heißer Tipp: In diversen Großstädten gibt’s Stellen für Lieferando-Fahrer! Sofern Sie das 18. Lebensjahr vollendet haben, ein paar Brocken Deutsch oder Englisch verstehen und Rad und Handy besitzen, können Sie sich bei der yd.yourdelivery GmbH bewerben.

Die sorgt dafür, dass Sie mit der Takeaway Express B. V. & Co. KG, die bei der Kamer van Koophandel registriert ist, einen Vertrag abschließen, oder umgekehrt, Takeway vermittelt Sie an die Yourdelivery, uns doch egal, Hauptsache, die Pizza bleibt warm. Und: Das „Trinkgeld gehört zu 100 Prozent dem Fahrer“, verheißt zum Beispiel die Stellenanzeige für Saarbrücken.

Aber just von dort dämpft die Politik alle Plattformarbeitseuphorie. Das Land fordert nämlich, dass künftig eben doch pingelig darauf geschaut werden muss, wer hier wen wie fest vertraglich wozu verpflichtet, und zwar durch ein Direktanstellungsgebot. Das würde verhindern, dass windige Subunternehmer die Leute mit den weirden Warmhaltewürfeln auf dem Rücken chartern. Der vom SPD-regierten Saarland mit Niedersachsen in die Länderkammer eingebrachte Entschließungsantrag ist gerade noch rechtzeitig gekommen, um ins Gesetz zum Thema Plattformarbeit einfließen zu können. Das muss spätestens am 2. Dezember in Kraft treten.