Der Mann, den die AfD zum nächsten Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt machen will, musste auch den Brocken besuchen. Gemeinsam mit Parteimitgliedern und Unterstützern fuhr Ulrich Siegmund am Freitag auf den höchsten Berg des Landes. „Natürlich irgendwo so ein bisschen“ Wahlkampf sei der Ausflug gewesen, sagte AfD-Kreisvorsitzender Dennis Möhring dieser Zeitung. Auch er fuhr mit Siegmund in der Harzer Schmalspurbahn die 1141,2 Meter hinauf.
Am Bahnhof in Wernigerode wurde Siegmund zunächst von einem „bunten Empfangskomitee“ begrüßt, wie Möhring die rund 60 Demonstranten nannte. Unter ihnen war auch Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz. Und an diesem Freitagvormittag ebenfalls am Bahnhof, inmitten des Trosses von Siegmund: ein Aktivist der Identitären Bewegung.
„Ein Berg für alle“
Schon seit 8 Uhr hatten sich vor dem Bahnhof in Wernigerode Gegner der AfD versammelt. Nach Angaben des Landkreises nahmen 60 Menschen an dem kurzfristig angemeldeten Protest teil. Die Versammlung verlief ohne Auffälligkeiten und endete um 10 Uhr, kurz nachdem Siegmunds Gruppe zum Zug gegangen war.
Unter den Demonstranten war Sziborra-Seidlitz, die in Quedlinburg lebt. Der Deutung des Brockens als „Heimatberg“ setzte sie eine andere Botschaft entgegen. „Der Brocken ist ein Berg für alle“, sagte sie. Er sei ein Symbol für Freiheit und Frieden und „eben nicht für Faschismus“.








