AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat am Sonntag in Weißenfels erneut mit einer Simson-Ausfahrt Wahlkampf gemacht. Nach einer Kundgebung auf dem Marktplatz brach er mit seinen Anhängern zu einer rund zweistündigen Fahrt durch den Saale- und Burgenlandkreis auf. Rund 1500 Menschen kamen zu der Veranstaltung. Gegner hatten den Marktplatz zuvor mit Kreide bemalt, während der Reden gab es jedoch keine Gegendemonstration.
Die Kultmopeds spielen auch im „Regierungsprogramm“ der AfD Sachsen-Anhalt eine Rolle. Die Partei wendet sich darin gegen strengere Vorgaben zur Verringerung von Motorradlärm und kündigt an, das Hobby zu fördern und ihm „Freiräume“ zu schaffen. Besonders hervorgehoben wird die Marke Simson: „Die Simson-Kultur ist als Teil der Jugendkultur besonders zu fördern.“ In ländlichen Regionen sicherten die Zweiräder die Mobilität Jugendlicher und erinnerten an „eine gute ostdeutsche Tradition“, heißt es weiter.
Siegmunds dritte „Simson“-Ausfahrt
Die politische Vereinnahmung der Marke durch die AfD stößt allerdings auf scharfe Kritik der Nachfahren der jüdischen Unternehmerfamilie Simson. Die Familie sei schockiert, dass ihr Name auf T-Shirts oder Plakaten in Verbindung mit der Partei auftauche, sagte ihr Sprecher Dennis Baum. Eine solche Nutzung müsse ausgeschlossen sein. Die AfD versuche, mit dem Namen einer von den Nationalsozialisten vertriebenen Familie Werbung zu betreiben.








