PfadnavigationHomePanorama„Brandmauer“-Debatte„In dieser Situation kommt man ja gar nicht umhin, mit der AfD zu reden“, sagt Richard David PrechtStand: 12:22 UhrLesedauer: 2 MinutenPhilosoph Precht bei einem Auftritt im Rahmen der Lit.Cologne 2026 in der Stadthalle KölnQuelle: picture alliance/Panama Pictures | Christoph Hardt„Man wird nicht dauerhaft die ‚Brandmauer‘ aufrechterhalten können“: Richard David Precht rechnet mit einer erstarkten AfD nach der nächsten Bundestagswahl – und einem daraus folgenden Koalitionsdruck auf die Union.Wie sollte die Union mit der AfD umgehen? Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte unlängst für einen pragmatischen Umgang plädiert. „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will“, hatte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“ zu Protokoll gegeben. Richard David Precht stimmt ihm darin grundsätzlich zu.Es bestehe die Notwendigkeit, mit der AfD zu reden, sagte der Philosoph und Autor gegenüber Journalist Markus Feldenkirchen im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“. „Man wird nicht dauerhaft die Bandmauer aufrechterhalten können. Das wusste man schon in dem Moment, als man den Begriff der Bandmauer eingeführt hat.“ Die Partei profitiere von der gegenwärtigen Politik, erstarke in allen Bundesländern und weise insbesondere in Sachsen-Anhalt „phänomenale Umfragergebnisse“ auf. „In dieser Situation kommt man ja gar nicht umhin, mit der AfD zu reden.“Sofern „nicht ein kleines Weltwunder“ passiere, werde die AfD in drei Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit als stärkste Partei aus der Bundestagswahl hervorgehen. In diesem Fall wäre es denkbar, dass selbst eine Dreierkoalition aus Union, SPD und Grünen die Marke von 50 Prozent verfehlt. „Dann würden mit Sicherheit einige Leute in der CDU – klassisch war dafür wahrscheinlich Jens Spahn vorgesehen – versuchen, die Volte zu machen und als Juniorpartner mit der AfD zusammenzugehen. Und ich denke, dass dieses Szenario in den Köpfen sehr vieler CDU-Politiker ist.“Lesen Sie auchOb die Union so weit gehen sollte, mit der AfD zu koalieren, ließ Precht hingegen offen. Es sei schwer zu beantworten, da zunächst geklärt werden müsse, was Gegenstand eines solchen Koalitionsvertrages wäre. „Es käme sehr darauf an, auf welchen Forderungen die AfD bestehen würde“, schilderte der Autor. „Wenn da tatsächlich völkische oder rassistische Elemente in einem solchen Koalitionsvertrag wären, dann kann man sie als CDU nicht unterschreiben und kann auch nicht koalieren.“Wenn sich der Vertrag jedoch weitgehend auf die Programmatik der Union verständigen würde, müsste die Koalition zustande kommen. „Unter Parteien, die nicht verboten und demokratisch legitimiert sind, muss grundsätzlich im Prinzip jede Koalition möglich sein“, urteilte Precht.Lesen Sie auchDennoch bleibe für ihn als „ganz große unbekannte Frage“ bestehen, in welche Richtung sich die AfD im Falle einer Regierungsbeteiligung entwickle. „Die üblen Befürchtungen, die man hinsichtlich nationalistischer, völkischer oder rassistischer Politik hat: Würde sich das bewahrheiten?“, fragte Precht. „Oder würde es sich abschleifen und weniger werden?“doli
„Brandmauer“-Debatte: „In dieser Situation kommt man ja gar nicht umhin, mit der AfD zu reden“, sagt Richard David Precht - WELT
„Man wird nicht dauerhaft die ‚Brandmauer‘ aufrechterhalten können“: Richard David Precht rechnet mit einer erstarkten AfD nach der nächsten Bundestagswahl – und einem daraus folgenden Koalitionsdruck auf die Union.










