PfadnavigationHomePanoramaItalienWolfsangriff auf Zweijährigen und Hund? Polizei widerspricht Aussage der FamilieStand: 10:14 UhrLesedauer: 3 MinutenIn einem italienischen Bergdorf hat eine Hündin einen Zweijährigen vor einem Wolf gerettet und ist dabei getötet worden. „Dieses Wildtier verliert mehr und mehr seine Angst vor dem Menschen“, sagt Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes.Ein Wolf soll sich einem Jungen (2) in der Toskana genähert haben, der Familienhund soll ihn beschützt haben. Doch nun melden sich der Bürgermeister und die Ermittler zu Wort und widersprechen.In der Toskana soll eine Hündin einem zweijährigen Jungen das Leben gerettet haben – und beim Kampf mit einem Wolf selbst tödlich verletzt worden sein. Das berichteten am Donnerstag mehrere italienische Medien. Demnach habe der Wolf das Kind während eines Grillabends auf einem Privatgrundstück im Ort Orbicciano bei Camaiore (Provinz Lucca) angegriffen.Doch nun kommt heraus: Alles soll ganz anders gewesen sein. Sowohl der Bürgermeister als auch die Polizei widersprechen der Geschichte der Familie. Laut den Ermittlern war die Hündin „Destiny“ allein auf dem offenen Grundstück am Waldrand gewesen, als der Wolf kam. Das berichtet die „Bild“ und beruft sich auf die Aussage von Bürgermeister Marcello Pierucci im italienischen Fernsehen. Weiter heißt es, dass auch der zwei Jahre alte Junge nicht von dem Raubtier bedrängt worden sei. Die Familie sei die ganze Zeit im Haus gewesen, in Sicherheit.Lesen Sie auchDie Familie hatte den Vorfall vom 18. Juli anders geschildert. Sie sagten, dass die Mutter in der Küche, der Vater aber draußen am Grill gewesen sei. Der Sohn habe mit dem Familienhund im Hof gespielt, als der Wolf plötzlich aus der Dunkelheit aufgetaucht und auf den Zweijährigen zugelaufen sei.Nach Angaben der Eltern griff die Mischlingshündin sofort ein und stellte sich zwischen das Kind und den Wolf. Währenddessen habe die Mutter ihren Sohn in Sicherheit gebracht. Lesen Sie auchDen Schilderungen zufolge packte der Wolf die Hündin und schleppte sie in ein nahegelegenes Waldstück. „Sie war sehr mutig“, sagte die Mutter sogar gegenüber der Regionalzeitung „Il Tirreno“ über die Hündin. „Sie stellte sich ihm mit großer Entschlossenheit entgegen, obwohl der Wolf, so riesig er auch war, ihr keine Chance ließ.“ Als ihr Mann bemerkt habe, was los war, habe der Wolf „Destiny“ bereits am Hals gepackt und ins Dickicht gezogen. Die Familie suchte gemeinsam mit Nachbarn nach der Hündin und fand sie später tot an einem Fluss. Nutz- und Haustiere wurden wiederholt von Wölfen angegriffenAls die Familie am nächsten Morgen zurückkehrte, habe sich ihnen ein furchtbarer Anblick geboten – nur noch der Kopf, eine Pfote und das Hinterteil mit dem Schwanz seien auffindbar gewesen.Auch der Nationale Verband zum Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens griff den Fall auf und wies darauf hin, dass möglicherweise ein Rudel die Hündin gefressen haben könnte: „Um einen Hund von etwa 22 Kilo wie diesen zu verschlingen, müssen mindestens drei oder vier Wölfe da gewesen sein.“Der Vorfall löste in der Region erneut eine Debatte über die zunehmende Präsenz von Wölfen in bewohnten Gebieten aus. Nach Angaben italienischer Medien berichten Anwohner in der Umgebung von Camaiore seit Längerem von Wolfsichtungen. Auch Nutztiere und Haustiere seien in den vergangenen Monaten wiederholt angegriffen worden.saha/jm