Wann genau sie den Thron bestieg, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Allerdings war Hatschepsut die erste Frau überhaupt, die als Königin mehr als 20 Jahre lang über ein Land regierte. Es waren gute Jahre für Ägypten, angeblich die friedlichsten und gedeihlichsten in sehr langer Zeit für ihr Volk. Dafür nahm „Die erste der vornehmen Frauen“, so die Bedeutung ihres Namens, einiges auf sich: Unter anderem gab sie sich als Mann und ließ sich auch als Mann darstellen, ohne Brüste und mit einem für Pharaonen typischen Bart. Eine weibliche Thronfolge kannten die alten Ägypter vor rund 3500 Jahren noch nicht.Als Frau unter Männern: Die Statue im neuen Ägyptischen Museum in Kairo zeigt Pharaonin Hatschepsut, die vor rund 3500 Jahren regierte.Peter-Philipp SchmittEine weibliche Thronfolge ist auch im heutigen Japan weiterhin nicht vorgesehen. Eine entsprechende Revision des Kaiserhausgesetzes hat das Parlament soeben erst verabschiedet. Und das unter einer Ministerpräsidentin: Sanae Takaichi will keine Geschlechtergleichberechtigung, zumindest nicht, wenn es um den Chrysanthementhron geht. Den wird nicht die überaus beliebte, einzige Tochter des Kaiserpaars, die 24 Jahre alte Prinzessin Aiko, einmal besteigen, sondern entweder ihr Onkel, der 60 Jahre alte Kronprinz Akishino, oder dessen Sohn, der neunzehnjährige Prinz Hisahito.Prinzessin Aiko bleibt der Thron auch weiterhin verwehrtSelbst den 90 Jahre alten Onkel des jetzigen Kaisers Naruhito zieht das japanische Parlament der jungen Prinzessin Aiko vor, der greise Prinz Hitachi steht auf Platz drei in der Thronfolge. Die Abgeordneten beschlossen nun mit der Revision des seit 1947 geltenden Kaiserhausgesetzes sogar, dass männliche Mitglieder ehemaliger Seitenlinien in die Kaiserfamilie wieder aufgenommen werden können, nur um bei einem zukünftigen Nachwuchsmangel bloß keiner Frau den Vorzug geben zu müssen.Keine Chance auf den Thron: Die japanische Prinzessin Aiko (rechts), die nur selten öffentlich auftritt, begleitet im Dezember ihre Eltern, Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako, zu einer Fotoausstellung in Tokio.dpaDas beharrliche Festhalten an der männlichen Thronfolge erscheint absurd, da es durchaus in der 2400 Jahre langen Geschichte des japanischen Kaisertums auch weibliche Monarchen gegeben hat. Mindestens acht tauchen in den offiziellen Listen auf, die letzten beiden waren Kaiserin Meishō, die von 1630 bis 1643 auf dem Chrysanthementhron saß, und Kaiserin Go-Sakuramachi, die von 1763 bis 1770 regierte. Sie waren der 109. und 117. Tennō. Kaiser Naruhito trägt die Nummer 125.Die Zeiten haben sich in Europa Gott sei Dank inzwischen geändert, mit einer Ausnahme: Monaco. Dort folgt einmal Erbprinz Jacques seinem Vater Fürst Albert II. nach, obwohl seine Zwillingsschwester Gabriella zwei Minuten älter ist. Ansonsten werden schon bald sehr viel mehr Frauen in Europa als Könige regieren. Als Könige! Das ist geblieben: Es kann nur einen König geben. Und wenn er eine Frau ist, hat sie keinen König an der Seite, sondern einen Prinzgemahl. So wie Elisabeth II. Camilla hingegen darf sich genauso Königin nennen wie Máxima in den Niederlanden.Eine von vier Kronprinzessinnen in Europa: Obwohl Elisabeth (Dritte von rechts) zwei Brüder hat, Prinz Gabriel (Zweiter von links) und Prinz Emmanuel (Zweiter von rechts), wird sie eines Tages ihrem Vater, König Philippe (links), nachfolgen. Das Bild mit Königin Mathilde (rechts) und Prinzessin Eléonore (neben ihrer Schwester) entstand am belgischen Nationalfeiertag, dem 21. Juli, in Brüssel.ReutersIn vier europäischen Monarchien stehen derzeit Thronfolgerinnen an der Spitze der Erbfolge: In Belgien ist es Kronprinzessin Elisabeth (Jahrgang 2001), in den Niederlanden Kronprinzessin Catharina-Amalia (2003), in Schweden Kronprinzessin Victoria (1977) und in Spanien Kronprinzessin Leonor (2005). In Norwegen folgt zudem Prinzessin Ingrid Alexandra (2004) einmal ihrem Vater, Kronprinz Haakon (1973). Anders ist es im Vereinigten Königreich, das aber erfolgreich Königin „kann“, wie Elisabeth II. zuletzt nachdrücklich gute 70 Jahre lang bewiesen hat. Auf ihren Sohn Charles folgt nun aber erst einmal William, auf ihn dann sein Sohn George.Prinz George ist nun offiziell ein „Teenager“Der Prinz wurde diese Woche 13 Jahre alt, ist also nun nach britischer Lesart offiziell ein „Teenager“. Zum Geburtstag am Mittwoch veröffentlichte der Palast ein Porträt im dunklen Anzug, das schon nach der Geburtstagsparade Trooping the Colour im Juni im Kensington-Palast vom Fotografen Matt Porteous aufgenommen worden war. Ein wenig später folgte in den sozialen Medien ein Video, das den Zweiten in der Thronfolge leger im Osterurlaub in Cornwall mit kurzen Hosen und Sonnenbrille zeigt.Im September wird es dann ernst für George: Er wechselt auf eine der exklusivsten Privatschulen des Königreichs: Eton College, das westlich von London in der Grafschaft Berkshire liegt. Dort waren auch schon sein Vater William und sein Onkel Prinz Harry.Im Herbst beginnt Kronprinzessin Leonor ein Politikstudium in MadridLeonor von Spanien ist da schon ein gutes Stück weiter. Die Thronfolgerin hat vor zwei Wochen ihren dreijährigen Militärdienst abgeschlossen, den sie mit 17 Jahren begann und der Heer, Marine und Luftwaffe umfasste. Als Königin wird sie einmal Oberbefehlshaberin der spanischen Streitkräfte sein. Im Herbst will die Zwanzigjährige ein Politikstudium an der Universität Carlos III. beginnen, auf dem Uni-Campus in Madrids Arbeitervorstadt Getafe, im Süden der spanischen Hauptstadt. Das Studium umfasst auch Verfassungsrecht, Soziologie, Wirtschaft, Geschichte und Internationale Beziehungen.Es ist keine teure Privatschule, sondern eine öffentliche Universität. Eine Entscheidung, die ganz zum spanischen Königshaus passt: Leonor will offenbar ein Zeichen setzen, die staatlichen Hochschulen klagen seit Jahren über ihre chronische Unterfinanzierung.Ihr erster Pokal: Fußballspieler Iker Casillas (links) zeigt nach der gewonnenen Fußballeuropameisterschaft im Jahr 2010 den kleinen Prinzessinnen Leonor und Sofía die Trophäe, rechts der damalige Kronprinz Felipe.Picture AllianceBis dahin steht für Leonors Familie noch der traditionelle Urlaub in der königlichen Sommerresidenz auf Mallorca an, dem Marivent-Palast. Zuvor aber hatten die Kronprinzessin und ihre Schwester, Infantin Sofía, noch das große Vergnügen, den Sieg der spanischen Fußballnationalmannschaft im MetLife-Stadion in New Jersey live zu verfolgen. Die ganze Königsfamilie war eigens angereist, und am Ende durften die beiden Prinzessinnen wieder einmal einen Pokal in den Händen halten. Wie schon einmal vor 16 Jahren, als Spanien die Fußballeuropameisterschaft gegen die Niederlande gewonnen hatte.
Bei Hofe: Und wieder ein Pokal für die spanische Kronprinzessin
Prinzessin Aiko wird übergangen, Prinz George feiert in kurzen Hosen und mit Sonnenbrille Geburtstag, und Leonor studiert bald schon bodenständig in Madrid. Unser royaler Wochenrückblick








