Es ist ein schöner Granitstein, der auf dem Bürgersteig in der Emmentaler Straße 97 in Reinickendorf verlegt wurde. Christian Axt, der 58-jährige Chef der Tiefbaufirma, hat die 100 mal 80 Zentimeter große Platte eingebaut, ohne dafür Geld zu nehmen.„Das war mir ein Anliegen“, sagt er, als der Regen plötzlich aufhört und die Sonne hervorkommt. Die Bodenplatte direkt am Zaun erinnert an Beate Fischer, die, so ist es eingraviert, am 23. Juli 1994 in dem Haus misshandelt, erniedrigt und ermordet wurde. Es ist eine Art Plattenbau mit Balkonen zur Straße. Der Mord soll sich in einer Wohnung im zweiten Geschoss zugetragen haben.Emine Demirbüken-Wegner, die CDU-Bezirksbürgermeisterin, ist gekommen, um die Gedenkplatte einzuweihen. Da liegen schon zwei Blumengebinde neben der Platte. Auf der heißt es: „In Gedenken an den brutalen Femizid an Beate Fischer. Ermordet am 23. Juli 1994 im Alter von 32 Jahren. Sie wurde Opfer extrem rechter, menschenverachtender Gewalt.“
Vier junge Neonazis hatten die Sexarbeiterin viele Stunden lang vergewaltigt, schwer misshandelt, gedemütigt und mehrfach versucht, sie zu ermorden. Beate Fischer hatte ihre Peiniger angefleht, sie laufen zu lassen – ohne Erfolg.Erst 2018 wurde die Mutter von zwei kleinen Kindern als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Linkspartei und Grüne hatten daraufhin einen Antrag gestellt, an Beate Fischer mit einem Gedenkort zu erinnern. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.„Es gibt Tage, an denen Worte alleine nicht ausreichen und Tage an denen das Erinnern, schwer fällt“, sagte Reinickendorfs Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner bei der Einweihung der Gedenkplatte für Beate Fischer. Und genau solch ein Tag sei heute.Mit dem für alle sichtbaren Gedenkort gebe man Beate Fischer einen festen Platz in „unserem öffentlichen Gedächtnis. Hinter jedem Namen auf einer Gedenkplatte in unserem Bezirk steht ein Mensch, mit seiner eigenen Geschichte“, sagt Demirbüken-Wegner. Beate Fischer sein kein Aktenzeichen, sie sei ein Mensch gewesen.Man erinnere an diesem Tag an eine Frau, deren Leben vor genau 32 Jahren auf grausamste Weise beendet worden sei und die viele Jahre nicht die Anerkennung erhalten habe, die sie verdiente.








