In Oslo ist eine Mosaikwand enthüllt worden, die der Opfer des rechtsextremen Attentats von 2011 gedenkt. Es ist der Versuch einer Wiederaneignung.

Menschen versammelten sich vor dem Denkmal am 19. Juli 2026

Zhang Yuliang/imago

Es ist eine große, auch physisch monströse Geste, mit der Norwegen jetzt der Opfer der Attentate von 2011 gedenkt. Einige finden das zwölf Meter hohe Mahnmal in Oslos Innenstadt zu pathetisch. Doch seine Dimension entspricht der Monstrosität des Verbrechens, das der Rechtsextreme Anders Breivik vor 15 Jahren, am 22.6.2011, beging: Auf einen Autobomben-Anschlag in Oslos Regierungsviertel folgte ein Massaker in einem Jugendcamp der sozialdemokratischen Arbeiterpartei auf der nahen Insel Utøya. 77 Menschen starben.

Das Motiv des inzwischen zu Höchststrafe und Sicherungsverwahrung verurteilten Täters, der keine Reue zeigt: Islamophobie, befeuert durch die Einwanderungspolitik der damaligen rot-grünen Regierung sowie eine rechtsextreme Ideologie.