Ab Oktober soll an S-Bahnhöfen ein Alkoholverbot gelten. Sorgt das für mehr Sicherheit – oder geht so etwas verloren? Die taz hat sich am Berliner Ostbahnhof umgehört.
„Willkommen am Bahnhof. Wir wünschen einen schönen Aufenthalt“, steht auf dem Banner über einem Laden in der Eingangshalle des Ostbahnhofs. Die Verkäuferin bedient einen Kunden, packt bunte Donuts in eine Packung, verabschiedet einen Kunden mit einem Lächeln. Sie arbeite oft bis spät in den Abend hinein und habe schon oft alkoholisierte Menschen am Bahnhof erlebt, sagt die junge Frau. „Sie schreien sich gegenseitig an, manchmal wird es auch handgreiflich. Gerade in meinen Spätschichten fühle ich mich oft unsicher.“
Am Dienstag hat die Deutsche Bahn angekündigt, das Trinken von Alkohol an all ihren Bahnhöfen zu verbieten. Die neue Regelung wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an 5.400 Bahnhöfen umgesetzt – in Berlin betrifft das die S-Bahnhöfe. Am Ostbahnhof läuft sogar bereits seit Mai ein Modellprojekt, das Alkoholkonsum im Bahnhofsbereich verbietet.
Für Aufsehen hatte kürzlich der Fall eines betrunkenen Fahrgastes gesorgt. Dieser hatte einen DB-Sicherheitsmann aus einem fahrenden Zug gestoßen, der daraufhin lebensbedrohliche Verletzungen erlitt. Es sei eines von vielen Beispielen, sagt DB-Chefin Evelyn Palla. „Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt.“











