Das kanadische Bandkollektiv Broken Social Scene versucht mit dem neuen Album „Remember the Humans“ an glorreiche Indiezeiten anzuknüpfen. Was kann die Musik?

Courtesy of Broken Social Scene

„You are the sun, we are the plants“, so schmeichelt Bandleader Kevin Drew dem Publikum, das sich anlässlich des neuen Albums „Remember The Humans“ vom kanadischen Indierock-Kollektiv Broken Social Scene im Berliner Plattenladen Rough Trade drängelt. Denn die Band, so erläutert der 49-Jährige, beziehe ihre Energie von ihren Hörern. Natürlich beschäftige man sich beim Entstehungsprozess für ein Album mit Sounds und Arrangements. Doch sobald es in der Welt ist, wird schnell klar: Eigentlich geht es um die Interaktion mit der Fan-Community.

An diesem Abend in Berlin hat sich ein buntes All-Ages-Publikum eingefunden; in den Nullerjahren, der Hochzeit der Band aus Toronto, waren viele dieser Fans erst in der Grundschule. Auf dem Programm steht ein kurzes Q&A, das ansatzlos zwischen Stand-up-Comedy und Ernsthaftigkeit wechselt. Unter anderem sind die Untiefen des Älterwerdens Gegenstand des Gesprächs: Während der Arbeit am Album starben Drews Mutter und die des Produzenten David Newfeld.

Es folgt ein so heimeliges wie enthusiastisches Akustikset – neben Drew sind Charles Spearin, Evan Cranley und Hannah Georgas in Berlin dabei. Letztere ist seit anderthalb Jahrzehnten als Singer-Songwriterin auch solo mit elektronischem Touch unterwegs, bei Broken Social Scene jedoch ist sie der Neuzugang. Weitere Vokalistinnen sind Lisa Lobsinger, Emily Haines, Sängerin und Keyboarderin der Band Metric und Leslie Feist.