Merz beklagt immer wieder, dass die Menschen hierzulande zu wenig arbeiten. Neue Statistiken zu Arbeit und Familie zeigen etwas anderes.

Wer arbeitet wie viel in Deutschland?

Arne Dedert/dpa

„Die Schweizer arbeiten 200 Stunden mehr als die Deutschen“, sagte Bundeskanzler Merz am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. Er unterstelle niemandem persönliche Faulheit, aber die Produktivität in Deutschland sei zu gering.

Laut Schweizer Bundesamt für Statistik arbeiten die Vollzeitbeschäftigen in der Eidgenossenschaft 42,4 Stunden in der Woche. Die Deutschen hingegen nur 38,4 Stunden. Demnach würde Merz’ Rechnung auf das Jahr gesehen in etwa aufgehen. Schaut man sich die Zahlen des Deutschen Statistischen Bundesamts zu den wöchentlichen Arbeitszeiten aller Beschäftigten (Voll- und Teilzeit) an, schmilzt der Vorsprung der Schweizer auf unter eine Stunde pro Woche ab.