1. Womöglich wird die EU-Strafe zum BumerangDer coole, aber leider in seiner Performance als US-Präsident mitunter enttäuschende Barack Obama hat mal gesagt: »Die USA handeln in aufgeklärtem Selbstinteresse.« Das gilt in wirtschaftlichen Fragen womöglich noch mehr als in politischen. So hat der aktuelle US-Präsident Donald Trump der EU-Kommission für den Fall von EU-Strafen gegen US-Techkonzerne wiederholt mit harten Gegenmaßnahmen gedroht. Heute hat Brüssel bekannt gegeben, dass der Konzern Google wegen Verstößen gegen den »Digital Markets Act« (DMA) eine Rekordstrafe von 890 Millionen Euro bezahlen soll (hier mehr dazu ).

Google-Hauptquartier in Kalifornien: Wächter am Tor zum Internet

Die weltweit führende Suchmaschine Google spuckt oft zunächst Treffer aus, von denen der eigene Konzern profitiert. Die EU wirft Google vor, eigene Angebote wie etwa »Google Shopping« in der Suche zu bevorzugen. Außerdem erschwere es der Konzern Entwicklern, Apps auch in anderen, mitunter günstigeren App Stores anzubieten als auf »Google Play«. »Mit der Strafe ruft die Kommission Google dazu auf, beide Verstöße gegen den DMA zu beenden«, berichtet mein Kollege Benedikt Müller-Arnold.Der seit dem Jahr 2023 geltende DMA soll verhindern, dass große Konzerne als Gatekeeper eigene Produkte gegenüber ähnlichen Diensten Dritter bevorzugen. US-Konzerne und Präsident Trump kritisieren das Gesetz.