Während Bürger im Euroraum mittlerweile bis zu 35 Prozent mehr für ihren Einkauf im Supermarkt ausgeben als vor zehn Jahren, dürfen sie nun immerhin über etwas mitentscheiden: das Aussehen der Geldscheine, die sie dabei auf den Tresen legen – solange sie noch reichen.Seit Donnerstag lässt die Europäische Zentralbank (EZB) abstimmen. Zur Wahl stehen zwei Themen: „Flüsse und Vögel“ oder „Europäische Kultur“. Natur oder Bildung also – Hauptsache, es lenkt ein wenig davon ab, was an der Kasse passiert.

So sollen die neuen Euro-Scheine aussehen

EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärt, es sei „an der Zeit“, die Banknoten moderner und attraktiver zu gestalten. Das ist nur folgerichtig. Wenn Geld schon an Wert verliert, sollte es wenigstens ästhetisch aufgewertet werden. Man bezahlt dann nicht mehr, man kuratiert. Und tatsächlich dürften die neuen Scheine bald deutlich anders aussehen als damals, als Lagarde noch französische Finanzministerin war – in jener Zeit, in der sie wegen fahrlässigen Umgangs mit öffentlichen Mitteln verurteilt wurde. Heute gestaltet sie Geld lieber gleich neu.

Beim Natur-Thema flattert künftig ein Mauerläufer über den Fünfer, ein Eisvogel über den Zehner und ein ganzer Schwarm Bienenfresser über den Zwanziger. Spätestens beim Basstölpel auf dem 200-Euro-Schein wird klar: Der Euro entwickelt sich zum artenreichsten Lebensraum Europas – während er gleichzeitig als Zahlungsmittel ausstirbt.