PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastWarum wir glauben wollen, dass die Welt gerecht istStand: 23.07.2026Lesedauer: 3 MinutenQuelle: picture alliance/Zoonar/ANDREAS PULWEYOb Armut, Krankheit oder Diskriminierung: Wenn Menschen Schicksalsschläge erleben, suchen wir oft nach einer Erklärung. Warum wir dabei unbewusst glauben möchten, dass jeder bekommt, was er verdient, erklärt der Sozialpsychologe Andreas Zick.Außerdem geht es in dieser Folge um die Frage: Wie funktioniert eigentlich ein Kühlschrank?Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Warum fällt es uns so schwer zu akzeptieren, dass die Welt manchmal ungerecht ist? In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um den sogenannten Glauben an die gerechte Welt und darum, wie dieses psychologische Denkmuster unseren Blick auf Armut, Diskriminierung oder andere Schicksalsschläge beeinflusst. Zu Gast ist der Sozialpsychologe Andreas Zick von der Universität Bielefeld.Warum wir an eine gerechte Welt glauben wollenDer Wunsch nach einer gerechten Welt steckt tief in uns. Viele Menschen gehen unbewusst davon aus, dass gute Taten belohnt und schlechte bestraft werden. Dieses Denkmuster vermittelt Sicherheit, stärkt das Gefühl von Kontrolle und hilft dabei, mit Unsicherheiten umzugehen. Gleichzeitig vereinfacht es unseren Blick auf die Realität. Denn wenn wir glauben, dass jeder bekommt, was er verdient, erscheint die Welt berechenbarer, auch wenn das den tatsächlichen Umständen nicht immer gerecht wird.Warum wir Ungerechtigkeit manchmal falsch bewertenDie Kehrseite dieses Denkens zeigt sich vor allem dann, wenn anderen Menschen etwas Schlimmes passiert. Um das eigene Weltbild aufrechtzuerhalten, suchen wir häufig nach Erklärungen, die bei den Betroffenen selbst liegen. Dadurch entstehen schneller Vorurteile gegenüber Menschen, die arm sind, diskriminiert werden oder schwere Schicksalsschläge erleben. Studien zeigen, dass Menschen mit einem ausgeprägten Glauben an eine gerechte Welt soziale Ungleichheit häufiger mit persönlichen Eigenschaften erklären und strukturelle Ursachen eher ausblenden. Das kann dazu führen, dass Ungerechtigkeit unbewusst gerechtfertigt wird.Wie wir gerechter auf andere Menschen blicken könnenWer fair urteilen möchte, sollte den Blick nicht nur auf einzelne Menschen richten, sondern auch auf die Umstände, in denen sie leben. Statt vorschnell nach individuellen Fehlern zu suchen, hilft es, gesellschaftliche Zusammenhänge mitzudenken und die eigene erste Reaktion kritisch zu hinterfragen. Der Wunsch nach einer gerechten Welt ist menschlich und erfüllt wichtige psychologische Funktionen. Wirklich gerechter wird die Welt aber erst dann, wenn wir bereit sind, Ungerechtigkeit als solche anzuerkennen – auch wenn sie nicht in unser eigenes Weltbild passt.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.